Mit «Billig-Fonds» fahren Anleger besser

Gebühren trüben bei aktiv gemanagten Fonds die Rendite. Börsengehandelte Indexfonds bringen Anlegern weit mehr ein, wie eine Studie des amerikanischen Fondshauses Vanguard deutlich macht.
10.09.2014 14:19
Von Marc Forster
Peter Westaway von Vanguard im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Bei Schweizer Aktien erreichten aktiv gemanagte Fonds vergangenes Jahr im Schnitt eine Rendite von 5,21 Prozent, während die billigeren indexbasierten Fonds - im Fachjargon Exchange Traded Funds (ETF) genannt - 6,84 Prozent einbrachten. So verhält es sich bei acht von zehn Anlagekategorien. Lediglich bei Aktien aus Europa und der Region Asien-Pazifik schneiden die ETF schlechter ab. Vanguard hat die Daten von rund 8000 Fonds ausgewertet, die Investoren in der Schweiz zugänglich sind.

Kategorie Passiv gemanagte Fonds (in %) Aktiv gemanagte Fonds (in %) Unterschied (in %)
Aktien weltweit 3,23 2,01 1,22
Aktien Schweiz 6,84 5,21 1,63
Aktien Europa 4,01 4,13 -0,12
Aktien Eurozone 3,20 3,13 0,06
Aktien USA 3,44 2,00 1,44
Aktien Asien-Pazifik 0,80 1,79 -0,99
Aktien Schwellenländer 5,78 5,38 0,40
Obligationen weltweit 0,89 0,37 0,52
Obligationen Euro 1,71 0,78 0,94
Obligationen diversifiziert Dollar 0,33 -0,14 0,46

Quelle: Vanguard Asset Management, Daten von Morningstar, 2013

Für Vanguard bestätigt die Studie auch, dass die meisten aktiven Fonds wegen zu hoher Gebühren in den letzten 15 Jahren hinter ihrer selbstgewählten Benchmark zurück lagen. In der Kategorie weltweite Aktienmärkte wirtschafteten seit 1999 fast 85 Prozent der aktiven Fondsmanager unterhalb ihrer Benchmack, bei Obligationen waren es gemäss der Vanguard-Studie 89 Prozent.

Ohne die Kosten würden etwa die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds ihre Benchmarks hingegen erreichen oder gar übertreffen, sagt Peter Westaway, Chef der Anlagestrategie und Chefökonom von Vanguard in Europa, im cash-Video-Interview.

Unter Berücksichtigung des "Survivorship Bias", also der Praxis, dass schlecht rentierende Fonds entweder geschlossen oder mit anderen Fonds fusioniert werden, verschlechtert sich das Bild für die aktiv gemanagten Anlagevehikel weiter. In allen Anlageklassen stieg der Anteil schwach abschneidender Fonds noch mehr. Inklusive des Survivorship Bias schaffte es laut Vanguard in Stichproben kein einziger aktiv verwalteter Fonds, das jeweilige Renditeziel zu übertreffen.

Kosten im Auge behalten

Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, was für eine Marktlage herrscht: In den vergangenen 15 Jahren zeigen die von Vanguard ausgewerteten Daten, dass sowohl in Bullenmärkten als auch bei einer bearish geprägten Verfassung der Finanzmärkte deutlich mehr als die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds ihre Benchmarks nicht erreichten. Vanguard hält auch Daten bereit, die aufzeigen, dass die Volatilität bei aktiv gemanagten Fonds grösser ist als im zugrundeliegenden Anlagemarkt, und das bei tieferer Rendite.

Ganz abschreiben will man bei Vanguard die aktiv gemanagten Fonds allerdings auch nicht. "Grundsätzlich soll für jeden Anleger eine breit diversifizierte Strategie mit passiv gemanagten Fonds den Ausgangspunkt bilden. Wenn ein Anleger eine starke Überzeugung hat, ist auch Platz für aktive Fonds." Der Blick auf den Preis sollte aber immer eine Rolle spielen, so der Ratschlag von Peter Westaway: Günstigere Fonds über längere Zeit lieferten schlicht die besseren Renditen.

Im cash-Video-Interview sagt Peter Westaway, wie sich Anleger angesichts der Kostenproblematik verhalten und wie er die Zukunft der börsengehandelten Fonds sieht.