Mit trendiger E-Klasse und SUV - Mercedes baut Vorsprung gegenüber BMW aus

Mercedes hat im ersten Halbjahr den Vorsprung auf dem weltweiten Markt für Luxusautos ausgebaut. Damit erleiden die Bemühungen von BMW, den Spitzenplatz zurückzuerobern, einen Dämpfer.
17.07.2017 19:15
Mit radiakal neuem Design auf Erfolgskurs: ein E-Klasse-Coupé von Mercedes.
Mit radiakal neuem Design auf Erfolgskurs: ein E-Klasse-Coupé von Mercedes.
Bild: Bloomberg

Die Daimler-Tochter verkaufte 1,14 Millionen Autos in den sechs Monaten bis Ende Juni, was einem Plus von 14 Prozent gegenüber den Vorjahreszeitraum entspricht. Dahinter stand unter anderem die Nachfrage nach der neuen E-Klasse und trendigen SUV.

BMW lag zurück mit einem Plus von 5,2 Prozent auf 1,04 Millionen Fahrzeuge. Der Hersteller ist gerade erst am Anfang, seine SUV-Angebotspalette auszubauen und eine Reihe an alternden Auto-Modellen zu erneuern.

Zwar sagt BMW, dass es dem Unternehmen eher um Gewinn und weniger um Volumen geht. Dennoch versprach Vorstandschef Harald Krüger, die Luxus-Krone mit der grössten Produktoffensive in der Geschichte des Konzerns zurückzugewinnen.

Im vergangenen Jahr war es Mercedes erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt gelungen, BMW zu überholen. Zu verdanken hatte dies das Unternehmen einer Überarbeitung bewährter Fahrzeuge und völlig neuen Modellen, darunter den GLC Coupe SUV, die jüngere Käufer ansprachen.

Audi fällt weiter zurück

Audi aus dem Reich von Volkswagen fiel derweil im ersten Halbjahr weiter zurück. Die Marke litt unter dem sich ausweitenden Dieselskandal und einem Streit mit Händlern in ihrem grössten Markt China. 

Die Nummer drei auf dem weltweiten Luxusmarkt verkaufte 908'950 Fahrzeuge, was einem Minus von 4,7 Prozent entsprach. Das lag vor allem an einem Einbruch von 12 Prozent in China. Audi setzt auf seinen überarbeiteten A8, der vergangenen Dienstag in Barcelona vorgestellt wurde, um wieder Boden gutzumachen.

Mercedes habe den besseren Schwung angesichts einer relativ neuen Palette an Modellen, sagt NordLB-Analyst Frank Schwope. In den kommenden Jahren werde es mit Sicherheit ein enges Rennen geben und selbst Audi sei nicht verloren, doch in diesem Jahr werde Mercedes vorne bleiben.

Der Absatz der jüngsten E-Klasse von Mercedes ist im ersten Halbjahr um 68 Prozent nach oben geschossen. Und die Nachfrage nach den SUV des Unternehmens stieg um 13 Prozent. Bei BMW entpuppte sich der X1-SUV im selben Zeitraum als grösster Wachstumstreiber.

Erfolg dank radikalem Neu-Design

Der Stern von Mercedes ist gestiegen, seit Design-Chef Gorden Wagener vor fünf Jahren ein radikales Neu-Design einführte und das Image von fade in Richtung sportlich verschob. Als goldrichtig entpuppte sich darüber hinaus die Endscheidung, endlich auf den SUV-Zug aufzuspringen.

Während Mercedes davoneilte, musste Krüger bei BMW auf den Neu-Design-Zyklus warten. Und die Neugestaltungen unter seiner Aufsicht waren eher konservativ. Im Februar ging das erste vollständig aktualisierte Modell unter der Führung des CEO an den Start - eine neue 5er-Limousine, die wohl die interessantesten Innovationen unter der Motorhaube versteckt.

All das hat BMW in der Rally um die Luxuskrone weiter zurückfallen lassen. Der Münchener Autohersteller verkaufte im ersten Halbjahr 106'244 Fahrzeuge weniger als Mercedes. Zum Vergleich: Nach den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres betrug die Differenz erst 89'818 Autos.

BMW-CEO Krüger plant eine Aufholjagd mit der Vorstellung von 40 Fahrzeugen in den kommenden beiden Jahren, darunter der neue Kompakt-SUV X2 sowie der X7.

(Bloomberg)