Modeindustrie - Hugo Boss kämpft mit schwierigem Marktumfeld - Aktie fällt

Der Modekonzern Hugo Boss erwartet nach einem schwachen dritten Quartal einen starken Schlussspurt zum Weihnachtsgeschäft.
05.11.2019 16:27
Das deutsche Modeunternehmen Hugo Boss musste am Dienstag an der Börse Kursverluste hinnehmen.
Das deutsche Modeunternehmen Hugo Boss musste am Dienstag an der Börse Kursverluste hinnehmen.
Bild: Jules D.

Das operative Ergebnis (Ebit) von Hugo Boss soll im Schlussquartal deutlich zulegen, teilte der MDax-Konzern mit. Auch der Umsatz soll steigen. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf den eigenen Einzelhandel - und die Wiedereröffnung zwischenzeitlich wegen Modernisierung geschlossener Läden passend zum Weihnachtsgeschäft. Aber auch Partnerschaften mit Onlinehändlern, etwa der Plattform von Zalando, sollen positive Effekte bringen.

Den Aktienmarkt konnte das Management jedoch nicht überzeugen. Die Aktie, die zunächst mit Gewinnen in den Handel gestartet war, drehte im Verlauf ins Minus und verlor am Nachmittag zeitweise mehr als 4 Prozent. Andreas Riemann von der Commerzbank stellte die Ziele für 2022 in Frage. Hugo Boss will bis dahin eine Ebit-Marge von 15 Prozent erreichen. Auch Piral Dadhania von der britischen Bank RBC hält die Ziele mittlerweile für ausser Reichweite.

Konzernchef Langer zeigte sich zwar in einer Analystenkonferenz zuversichtlich, die 15 Prozent mittelfristig zu erreichen, jedoch liess er den Zeitpunkt offen und vertröstete die Analysten auf den nächsten Kapitalmarkttag, der in der ersten Hälfte des nächsten Jahres stattfinden soll.

Schnelle Besserung nicht in Sicht

Die Zahlen zum dritten Quartal boten keine grossen Überraschungen mehr. In den Monaten Juli bis September hatten unter anderem Probleme in Nordamerika und Hongkong belastet, unter dem Strich verdiente der Konzern in diesem Zeitraum mit 56 Millionen Euro 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hugo Boss hatte deswegen bereits im Oktober seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr gesenkt.

Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die Probleme in den USA und Hongkong würden sich auch in das vierte Quartal ziehen, sagte Vorstandschef Mark Langer. In den USA hat der Tourismus nachgelassen, zudem liefern sich die Händler seit längerem massive Rabattschlachten. Dem kann sich Hugo Boss nicht entziehen, obwohl der Händler zuletzt nicht in gleicher Form mitgemacht hat. Inzwischen hat der Konzern dort den Chef ausgetauscht.

Daneben verhageln die politischen Unruhen in Hongkong Hugo Boss das Geschäft. Auch im Heimatmarkt sanken die Erlöse.

Im dritten Quartal verzeichnete Hugo Boss daher nur noch ein kleines Umsatzplus von einem Prozent auf 720 Millionen Euro. Während sich die Onlineumsätze beschleunigten, sanken die Geschäfte im Grosshandel.

(AWP)

 

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