Monat Mai - Inflation geht in der Euro-Zone deutlich zurück

Die Teuerung in der Euro-Zone hat sich im Mai deutlich verringert.
16.06.2017 11:08
Die Preise für Lebensmittel zogen in der Euro-Zone im Mai durchschnittlich um 1,4 Prozent an.
Die Preise für Lebensmittel zogen in der Euro-Zone im Mai durchschnittlich um 1,4 Prozent an.
Bild: Bloomberg

Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer zweiten Erhebung mitteilte, lagen die Konsumentenpreise 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im April hatte die Inflationsrate noch 1,9 Prozent betragen. Im Monatsvergleich gingen die Konsumentenpreise im Mai um 0,1 Prozent zurück. Eurostat bestätigte damit vorläufige Zahlen.

Auch die Kernteuerung, die ohne Energie und Nahrungsmittel errechnet wird und den grundlegenden Preistrend wiedergeben soll, fiel zurück. Sie sank von 1,2 auf 0,9 Prozent. Deutlich teurer als vor einem Jahr war im Mai nach wie vor Energie, allerdings waren die Preissteigerungen in den Vormonaten wesentlich kräftiger ausgefallen. Nahrungsmittel kosteten 1,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent. Industriell gefertigte Güter waren dagegen nur 0,3 Prozent teurer.

Das Inflationsgefälle im Euro-Raum ist nach wie vor hoch. Es reicht von null Inflation in Irland über 1,4 Prozent in Deutschland bis hin zu 3,5 Prozent in Estland. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflation von knapp 2 Prozent an und muss sich dabei an der durchschnittlichen Teuerung im Währungsraum orientieren. Eine optimale Geldpolitik für alle Euro-Länder zu finden, fällt deshalb nicht immer leicht, was ihr derzeit viel Kritik einbringt, insbesondere aus Deutschland. Viele Ökonomen bewerten die EZB-Politik als viel zu locker für robuste Länder. Bisher stellt die EZB eine weniger lockere Politik aber allenfalls perspektivisch in Aussicht.

(AWP)