Moneyfarm - Robo-Advisor bringt aktive Fonds zum Preis von ETF

Ein Londoner Robo-Advisor will auch aktiv gemanagte Fonds anbieten. Möglich wird dies durch die Konzernmutter Allianz, die sich mit diesem Schritt eine Marktanteile in der Vermögensverwaltung erhofft.
15.06.2019 10:10
Algorithmen finden in der Vermögensverwaltung mehr und mehr Verwendung.
Algorithmen finden in der Vermögensverwaltung mehr und mehr Verwendung.
Bild: unsplash.com

Der deutsche Versicherer Allianz ist zum grössten Minderheitsaktionär des Londoner Robo-Advisers Moneyfarm geworden. Nun will der Konzern über den digitalen Vermögensverwalter nun aktiv gemanagte Fonds aus dem eigenen Haus zu ETF-ähnlichen Preisen anbieten.

Die Asset-Management-Sparte Allianz Global Investors (AGI) öffnet einige ihrer auf institutionelle Anleger ausgelegten Fonds für Privatanleger, wie Jürgen Weber, Chef für Business and Operational Transformation bei Allianz Asset Management, zu Bloomberg sate. "Die wie ETF gepreisten Robo-Anteilsklassen unserer aktiv verwalteten Fonds sind nur über Moneyfarm erhältlich." AGI verspricht sich die Möglichkeit, Kunden direkt anzusprechen, die eine digitale Vermögensverwaltung ohne umfangreiche Beratung wünschen.

Aktive Fonds sind Bestandteile in sieben Investment-Portfolios, die Moneyfarm den Kunden nun anbieten wird und die sich durch den Grad des Anlage-Risikos voneinander unterscheiden. Das Portfolio mit mittlerem Risiko beispielsweise wird zu 60 Prozent aus aktiven Fonds von AGI und anderen Anbietern bestehen. Der Rest der Portfolios soll aus ETF bestehen.

Hart umkämpfer Markt

"Dies könnte unseren Anlegern ein besseres Ergebnis ermöglichen", sagt Giovanni Daprà, CEO und Mitgründer von Moneyfarm. Aktiv verwaltete Fonds - im Gegensatz zu passiven ETFs - haben höhere Outperformance-Chancen, insbesondere in ineffizienten Märkten. 

Indem Moneyfarm mit aktiven Fonds mehr als nur ETFs anbietet, will sich der Anbieter von der Konkurrenz abheben. Der Markt ist zunehmend hart umkämpft. ETF bilden normalerweise den Kern vieler Robo-Berater.  Moneyfarm verlangt von seinen Kunden eine generelle Service-Gebühr zwischen 0,3 Prozent und 0,9 Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr. Hinzu kommen Grundkosten für das ausgewählte Portfolio, die zwischen 0,2 Prozent und 0,3 Prozent liegen, sowie eine Performance-Gebühr, die das Unternehmen auf 0,1 Prozent schätzt.

Gegründet wurde Moneyfarm 2012 in Italien. Der Robo-Berater, der 550 Millionen Pfund (618 Millionen Euro) verwaltet und auf 37'000 aktive Kunden kommt, hat bislang über 60 Millionen Pfund von Investoren eingesammelt.

(Bloomberg)

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