Morgan Stanley - Gerade der Abschwung könnte gut für Europa-Aktien sein

Zur Konjunktur in Europa werden machen sich derzeit viele Sorgen. Doch für Aktien von alten Kontinent sieht es laut Morgan Stanley gar nicht so schlecht aus - auch dank der Europäischen Zentralbank.
14.07.2019 07:28
Morgan Stanley empfiehlt unter anderem Italien-Aktien: Das Nationaldenkmal in Rom.
Morgan Stanley empfiehlt unter anderem Italien-Aktien: Das Nationaldenkmal in Rom.
Bild: Pixabay

Zwar hat Morgan Stanley wegen Wachstumsbedenken das Anlageurteil für globale Aktien auf Untergewichten gesenkt. Für europäische Aktien indes ist die US-Bank der Ansicht, dass diese sich besser als schwächere Märkte entwickeln dürften.

In den letzten 30 Jahren sind europäische Aktien zwar in Korrekturphasen tendenziell stärker gesunken als die globalen Märkte, jedoch ändert sich dieses Verhältnis, sagen Strategen um Graham Secker in einer Notiz an Kunden.

Der Grund? Laut Morgan Stanley sieht Europa in Bezug auf Wirtschaftsdaten und Gewinnrevisionen im Vergleich zu den anderen Regionen gar nicht so schlecht aus. Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank die quantitative Lockerung im vierten Quartal wieder aufnehmen wird, könnte den Aktien einen zusätzlichen Schub verleihen, hiess es. Europäische Fonds verzeichneten die längsten Mittelabflüsse seit über einem Jahrzehnt, und niedrige Bewertungen sind ein Argument zugunsten der Region.

"Zwar erwarten wir nicht, dass europäische Werte bei fallenden globalen Aktienkursen in absoluten Zahlen steigen. Jedoch gibt es unserer Ansicht zufolge eine Reihe von Gründen, warum Europa in schwächeren Märkten eine Outperformance aufweisen könnte", sagten Strategen von Morgan Stanley. "Europäische Aktien haben eine überdurchschnittliche Chance auf eine Outperformance in einem sinkenden Markt angesichts der niedrigen Positionierung und Bewertung sowie weniger schlechte Makro- und Gewinntrends."

In diesem Zusammenhang empfiehlt Morgan Stanley, auf Euroraum-Unternehmen mit hoher Binnenmarktorientierung sowie Aktien aus Peripherie- Ländern wie Spanien und Italien zu setzen, die von einer weiteren Verringerung der Anleihespreads profitieren sollten.

Der MSCI EMU Index ist in diesem Jahr um 16 Prozent gestiegen, verglichen mit einem Plus von 17 Prozent für den MSCI World, da der Optimismus bezüglich einer lockereren Haltung der globalen Zentralbanken und Wetten auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China den Anlegerappetit anregten. Trotz dieser Rally flohen Anleger weiter aus auf Europa ausgerichteten Aktienfonds, die die Vermögenswerte zum beliebtesten Leerverkaufsgeschäft weltweit machten. Nachrichten aus der Politik mit Potenzial für Unruhe und schwaches Gewinnwachstum im Vergleich zu den USA schrecken viele Händler ab.

(Bloomberg/cash)