Nach Grossübernahme - Adecco-Aktionäre müssen zurückstecken

Adecco kauft im Bereich digitale Weiterbildung zu. Das lässt sich der Personalvermittler einiges kosten, weshalb er beim Aktienrückkaufprogramm vorderhand etwas kürzer treten muss. Folglich liegt die Aktie im Angebot.
16.04.2018 11:34
Von Lorenz Burkhalter
Adecco-Zückerchen liegen bereit.
Adecco-Zückerchen liegen bereit.
Bild: Bloomberg

Novartis tätigte kürzlich eine, Richemont auch und jetzt Adecco: Die Rede ist von einer Grossübernahme. Wie am Montag bekannt wird, erwirbt Adecco für umgerechnet 335 Millionen Euro (rund 400 Millionen Franken) den Weiterbildungsspezialisten General Assembly. Diese zukunftsträchtige Übernahme lässt sich der führende Personalvermittler einiges kosten, nimmt er im laufenden Jahr doch eine leichte Gewinnverwässerung in Kauf.

Auch die Aktionäre von Adecco müssen zurückstecken. Das Unternehmen will erst ab dem vierten Quartal wieder im grösseren Stil eigene Aktien zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen.

An der Schweizer Börse SIX hat die Adecco-Aktie über weite Strecken einen eher schweren Stand. Zur Stunde verliert sie noch 0,1 Prozent auf 67,05 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen bei 66,46 Franken.

Wie die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schreibt, weist General Assembly ein klar besseres Wachstums- und Margenprofil als Adecco auf. Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem organischen Umsatzwachstum im starken zweistelligen Prozentbereich. Der Übernahmepreis sei stolz, lasse sich jedoch mit dem signifikanten Synergiepotenzial und dem dadurch verbesserten Wachstumsprofil erklären, so heisst es weiter.

Was ahnte die ZKB?

Erst am Freitag stufte die ZKB die Adecco-Aktie von "Übergewichten" auf "Marktgewichten" herunter. Dabei argumentierte der verantwortliche Analyst unter anderem mit hohen Investitionen in digitale Geschäftsbereiche, zu welcher die Übernahme von General Assembly zweifelsohne zählt. Die Gewinnschätzungen der ZKB für die nächsten Jahre liegen denn auch um bis zu 8 Prozent unter den Prognosen anderer Banken.

Dass der ZKB-Analyst etwas von der Grossübernahme geahnt haben dürfte, gilt in Händlerkreisen als unwahrscheinlich. Dennoch sei der Zeitpunkt für die Herunterstufung rückblickend gut gewählt, sollte die Aktie ihre Kursverluste weiter ausbauen, lautet der Tenor.

 

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