Nach HalbjahreszahlenSwatch-Aktien ziehen deutlich an

Nachdem die Swatch-Papiere am Freitagvormittag zunächst keine klare Richtung gefunden, stehen sie zwischenzeitlich deutlich im Plus.
21.07.2017 15:40
Rauf und runter: die Swatch-Aktien finden am Freitag nach der Präsentation der Halbjahreszahlen keine Richtung.
Rauf und runter: die Swatch-Aktien finden am Freitag nach der Präsentation der Halbjahreszahlen keine Richtung.
Bild: Bloomberg

Die vom Uhrenhersteller am Freitag wie gewohnt vor dem eigentlich vorgesehenen Termin vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr blieben zwar etwas hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück. Auf der anderen Seite gibt sich das Management sehr zuversichtlich für das zweite Halbjahr.

Die Swatch-Aktie hatte den Handel mit einem Minus von über 1% eröffnet. Danach drehte das Sentiment sehr rasch ins positive Terrain, um etwas später wieder abzurutschen. Mittlerweile hat sich aber offenbar die optimistische Sicht des Swatch-Managements auf den Rest des Jahres durchgesetzt. Um 15.30 Uhr präsentiert sich die Swatch-Inhaberaktie mit einem Plus von 2,4% auf 373 Franken - in einem rückläufigen Gesamtmarkt (-0,7%) - als klar stärkster SMI-Wert.

Die meisten Analysten zeigten sich in ihren ersten Reaktion leicht enttäuscht über die Leistung von Swatch in den ersten sechs Monaten. Alle Kerngrössen kamen leicht unter den Konsenserwartungen zu liegen, wobei der Abstand beim Betriebsgewinn am schwersten wiegt. Allerdings war die Bandbreite der Schätzungen relativ gross.

Der Halbjahresabschluss reflektiere zwar eine Erholung, allerdings sei diese weniger stark ausgefallen als erhofft, resümiert Baader Helvea treffend die weit verbreitete Einschätzung. Für die ZKB liegt die Umsatzentwicklung von Swatch wie erwartet sehr nahe an der Entwicklung der Schweizer Uhrenexporte.

Geringe Kapazitätsauslastung

Während das Geschäft im Kernbereich Uhren und Schmuck mehr oder weniger im Rahmen der Analystenerwartungen verlief, blieben die Produktionsaktivitäten als Folge der geringen Kapazitätsauslastung hinter den Schätzungen zurück.

Positiv vermerkt wird der stabile Lagerbestand. Allerdings befinde er sich immer noch auf hohem Niveau, merkt Vontobel an.

Gut aufgenommen wird von den Experten auch der optimistische Ausblick des Managements auf das zweite Halbjahr. Die rapportierte Wachstumsbeschleunigung in Juni und Juli mache Mut und stütze die zuversichtliche Einschätzung des Managements, so der generelle Tenor. Swatch sei allerdings für seine optimistische Guidance bekannt, gibt Vontobel zu bedenken.

Morgan Stanley weist zudem darauf hin, dass der Gesamtjahresk onsens sehr "herausfordernd" sei. Ausgehend von den aktuellen Schätzungen müsste Swatch im zweiten Halbjahr um 7% wachsen, um den Konsens von +3% zu erreichen. Verschiedene Analysten wie beispielsweise Kepler Cheuvreux gehen denn auch davon aus, dass einige Schätzungen nach unten angepasst werden müssen.

(AWP)