Nach Skandalen - EU-Finanzminister wollen Geldwäsche-Kontrollen bei Banken verschärfen

Die EU-Finanzminister wollen nach mehreren Skandalen bei europäischen Banken stärker gegen Geldwäsche vorgehen. Vor allem kleineren Staaten werden immer wieder lasche Kontrollen vorgeworfen.
05.12.2019 17:07
Gewaschenes Geld.
Gewaschenes Geld.
Bild: pixabay.com

Die EU-Finanzminister wollen nach mehreren Skandalen bei europäischen Banken stärker gegen Geldwäsche vorgehen. Sie unterstützten am Donnerstag Pläne, die Möglichkeiten der Europäischen Union im Kampf gegen solche Gesetzesverstösse zu verbessern. Die neue EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen wurde aufgerufen, Wege zu prüfen, um Kontrollfunktionen bei einer EU-Behörde zu bündeln.

Diese müsse unabhängig agieren können und direkte Eingriffsrechte haben. Zudem sollen die bestehenden Regeln ergänzt werden, um die Kooperation zwischen den nationalen Aufsehern zu verbessern.

Deutsche Bank im Zentrum

Vor allem kleineren Staaten wie Luxemburg, Malta, Zypern und den baltischen Ländern werden immer wieder zu laxe Kontrollen vorgeworfen. Bislang obliegt der Kampf gegen Finanzverbrechen den nationalen Behörden der EU-Mitglieder. Diese arbeiten aber nicht immer in allen Belangen zusammen. "Die Mafia arbeitet weltweit", sagte der Linken-Finanzexperte Fabio De Masi. Insofern seien europäische Standards sinnvoll. Eine europäische Aufsicht im Finanzsektor müsse dann aber auch mehr durchgreifen als hierzulande die BaFin. "Deutschland braucht schärfere Massnahmen gegen Geldwäsche - insbesondere im Immobiliensektor."

Im Zentrum des weltgrössten Geldwäsche-Skandals steht die Danske Bank. Über deren Filiale in Estland wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen im Volumen von 200 Milliarden Euro gebucht. Auch die Deutsche Bank ist deswegen in Misskredit geraten. Sie war jahrelang als Korrespondenzbank für das dänische Institut tätig und wickelte den Grossteil der Transaktionen für sie ab. Seitdem wurden viele weitere Fälle publik, zuletzt bei Maltas grösstem Geldhaus, der Bank of Valletta.

(Reuters)

 

Ausgewählte Produkte auf Danske Bank

Investment-Ideen von Julius Bär