Nahrungsmittel - Bell bröckelt der EBIT weg

Der Nahrungsmittelverarbeiter Bell hat im ersten Semester weniger operativen Gewinn erzielt als im Vorjahr. Gleichzeitig geben die Basler den Einstieg in den Bereich kultiviertes Fleisch bekannt.
17.07.2018 08:02
Ein Bell-Mitarbeiter holt Cervelats aus der Räucherkammer.
Ein Bell-Mitarbeiter holt Cervelats aus der Räucherkammer.
Bild: ZVG

Bei kultivierte Fleisch handelt es sich um Fleisch, das nicht von geschlachteten Tieren stammt, sondern aus Zellen gezüchtet wird. Dies geschieht über eine Beteiligung am niederländischen Start-up-Unternehmen Mosa Meat.

Das dynamische Marktumfeld in der Schweiz und in Österreich reduzierten den Betriebsgewinn auf Stufe EBIT gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Millionen Franken, teilt Bell am Dienstag mit. Damals hatte der EBIT gut 65 Millionen Franken erreicht. Der operative Gewinn ohne Abschreibungen und Amortisationen, also der EBITDA, wird im ersten Semester dagegen um rund 6 Millionen über dem Wert vom Vorjahr (130 Mio) zu liegen kommen. Dies wird mit der Akquisition von Hügli begründet, welche im Mai abgeschlossen wurde.

Das Wachstum im Geschäftsbereich Bell Schweiz erfolgte vor allem in Sortimenten und Absatzkanälen mit tieferen Margen, so Bell. Und im Geschäftsbereich Bell International litt das Geflügelgeschäft unter höheren Futtermittelpreisen und gestiegenen Personalkosten. Deshalb fällt das Halbjahresergebnis tiefer aus. Konkrete Angaben zum Umsatz werde noch keine gemacht, die detaillierten Zahlen wird das Unternehmen am 16. August veröffentlichen.

Massnahmen in der Schweiz und in Österreich

Um den Ergebnisrückgang aufzufangen wurden sowohl in der Schweiz als auch in Österreich bereits Massnahmen eingeleitet. Erfreulich haben sich laut Bell die Ländergesellschaften Polen, Frankreich und Ungarn entwickelt, und im Geschäftsbereich Convenience entwickeln sich beide Unternehmen Hilcona und Eisberg "sehr positiv".

Die Integration von Hügli befindet sich laut der Mitteilung auf Kurs. Erste Synergieprojekte befänden sich in Umsetzung und sollen bis Ende 2018 wirksam werden.

Einstieg in Bereich «kultiviertes Fleisch»

Weiter gibt Bell eine Beteiligung am niederländischen Start-up-Unternehmen Mosa Meat bekannt. Bell beteilig sich mit 2 Millionen Euro an der nächsten Finanzierungsrunde. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Maastricht ist auf die Herstellung von "kultiviertem Rindfleisch" spezialisiert. Mit der Technologie von Mosa Meat wird direkt aus tierischen Zellen Rindfleisch quasi gezüchtet.

Das Ziel von Mosa Meat sei es, in der nächsten Forschungsperiode bis 2021 dieses kultivierte Rindfleisch zur Marktreife zu bringen.

(AWP)

 
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