Nahrungsmittelzusätze - Evolva räumt auf

Evolva setzt den geplanten Umbau weiter fort und nennt nun Einzelheiten der künftigen Strategie und kündigt zugleich Finanzierungspläne an.
02.10.2017 08:10
Simon Waddington ist CEO von Evolva. Er ist seit 2011 in der Geschäftsleitung der Firma.
Simon Waddington ist CEO von Evolva. Er ist seit 2011 in der Geschäftsleitung der Firma.
Bild: ZVG

Nachdem das in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Unternehmen Ende August umfassende Standortkonsolidierung angekündigt hatte, informiert es in einer Medienmitteilung vom Montag nun über die Details der künftigen Strategie und kündigt zugleich Finanzierungspläne an.

So plant Evolva durch zwei separate Kapitalerhöhungen einen Bruttoerlös von rund 80 Mio CHF zu erzielen. Geplant seien diese für Oktober und November 2017. In einem ersten Schritt hätten sich der Schweizer Vermögensverwalter Pictet und die britische Investmentfirma Cologny verpflichtet, unter gewissen Bedingungen gesamthaft 68 Mio Aktien durch Privatplatzierungen zu zeichnen, teilt Evolva mit. Im Falle einer vollständigen Ausübung werde Pictet seine Aktienbeteiligung an Evolva von momentan ca. 1% auf 10% erhöhen und Cologny werde einen Anteil von rund 5% erwerben.

Evolva werde bis zu 50 Mio Aktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital und 18 Mio eigene Aktien für diese Privatplatzierungen verwenden, unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre. Beim derzeitigen Aktienkurs würden die Privatplatzierungen zu einem Erlös von ungefähr 27 Mio CHF führen.

Stärkung von Forschung und Entwicklung

Als zweiten Schritt habe sich der Verwaltungsrat von Evolva dazu entschlossen, eine ordentliche Kapitalerhöhung an einer ausserordentlichen GV zu beantragen, die für den 26. Oktober geplant sei. Die Kapitalerhöhung solle in Form eines Bezugsrechteangebots mit Abschlag im Anschluss an die GV durchgeführt werden.

Diese Mittel "werden für weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Erhöhung der Fermentationseffizienz, der Hefestämme und für die Produktvermarktung eingesetzt", kündigt Evolva an.

Weitere Aufnahme von Fremdkapital möglich

Gleichzeitig räumt das Unternehmen ein, dass es plane, "in den nächsten Monaten allenfalls Fremdkapital aufzunehmen, das zur Finanzierung der vertraglichen Zusagen an das Partnerunternehmen Cargill dient, welches den Stevia-Süssstoff EverSweet voraussichtlich 2018 auf den Markt bringen wird." Zur Erinnerung: Mit dem US-Konzern arbeitet Evolva seit Jahren an dem Stevia-Süssstoff EverSweet zusammen.

Mit Blick auf die Strategie heisst es in der Mitteilung, man habe die Ausrichtung nicht grundsätzlich geändert, den Fokus allerdings geschärft. So betont Evolva erneut, sich kurzfristig auf die drei Schlüsselprodukte Stevia, Resveratrol und Nootkaton zu konzentrieren. Jedem dieser Produkte schreibt Evolva ein hohes Potenzial in lukrativen Märkten zu.

Schwarze Null in vier bis sechs Jahren

Entsprechend plant Evolva den Umsatz mit diesen Produkten so weit zu steigern, dass der Cash Burn reduziert wird. Die Gewinnschwelle soll in 4-6 Jahren erreicht werden. Dabei werde man auf eine Kombination aus Direktverkäufen und B2B-Partnerschaften mit marktführenden Unternehmen setzen.

Auf Umsatzseite hat sich das Management eine Grössenordnung von 40 bis 60 Mio CHF im Jahr 2021 auf die Fahnen geschrieben. In diesen Zahlen sei aber der Beitrag aus Cargills EverSweet-Geschäft noch nicht enthalten.

Zum aktuellen Geschäftsjahr heisst es in der Mitteilung, man rechne für das Gesamtjahr mit einem Produktumsatz zwischen 2,0 und 2,5 Mio CHF. Beim Umsatz aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rechnet Evolva damit, dass dieser in der zweiten Jahreshälfte unter dem Niveau des ersten Halbjahres liegen werde.

(AWP)