Nationale-CEO: «Das ist für alle ein Schock»

Im Video-Interview äussert sich der abtretende Nationale-Suisse-CEO Hans Künzle zur Übernahme durch die Helvetia. Die Mitarbeiter müssten sich auf einschneidende Veränderungen einstellen.
07.07.2014 13:30
Von Frédéric Papp
Hans Künzle tritt als CEO von Nationale Suisse ab.
Bild: cash

Mit der Übernahme von Nationale Suisse, rückt die Helvetia mit gebührendem Abstand zu Axa Winterthur und Zurich in der Schweiz zur Nummer drei im Versicherungsmarkt auf. Der Verwaltungsrat von Nationale Suisse empfiehlt den Aktionären der Versicherungsgesellschaft, das öffentliche Angebot anzunehmen, wie es in einem Communiqué der beiden Firmen vom Montagmorgen heisst.

Helvetia will für die Übernahme tief in die Tasche greifen: Pro Nationale-Suisse-Aktie sollen die Aktionär einen Gegenwert von 80 Franken erhalten, davon 52 Franken in bar und den Rest in Form von 0,068 neuen Helvetia-Aktien. Die Aktien der National Suisse steigen am Montag um 25 Prozent auf rund 79 Franken. Die Titel der Helvetia bewegen sich kaum.

Während die Aktionäre frohlocken, kommen auf die Mitarbeiter ungewisse Zeiten zu. Die Mitarbeiter der Nationale Suisse hätten sich nicht auf die heute angekündigte Übernahme durch die Helvetia einstellen können, räumt der CEO der Nationale Suisse, Hans Künzle, ein. "Das ist natürlich für alle ein Schock", sagt Künzle im Video Interview.

Lage für Mitarbeiter noch unklar

Zu den "Verlieren" dieser Übernahme gehört Hans Künzle. Der bisherige CEO von Nationale muss seinen Posten zugunsten des Helvetia-CEO Stefan Loacker räumen. Er muss sich mit dem Amt des Vizepräsidenten des Verwaltungsrats zufrieden geben.

Die Mitarbeiter müssen sich auf einschneidende Veränderungen einstellen. Es ginge nun darum, den Mitarbeitern den Schritt zu erklären und ihnen gemeinsam mit der Helvetia neue Perspektiven zu geben. Es helfe dem Integrationsprozess sicher, dass beide Beteiligten Schweizer Unternehmen eine ähnliche Kultur hätten, so Künzle.

Es gebe ein gemeinsames Integrations- und HR-Komitee, um gemeinsam  mit den Mitarbeitern die neue Struktur und Strategie festzulegen. Insgesamt sei er zuversichtlich, sagt Künzle.

Beschäftigen soll die neue Gruppe rund 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Umfang des Stellenabbaus gab es keine genauen Angaben, da die Zusammenführung erst vorbereitet werde, wie ein Sprecher erläuterte.

Wie er die Aktionärsstruktur der Nationale im Rückblick beurteilt und warum er auf seine Abgangsentschädigung verzichtet, erklärt Künzle im Video-Interview.