Nervöse Anleger lassen Schweizer Börse weiter taumeln

Die Schweizer Börse setzt ihren Abwärtstrend zum Wochenschluss fort. Einmal mehr beherrscht die Unsicherheit über den Ausgang der US-Wahlen kommende Woche das Marktgeschehen.
04.11.2016 10:45
Auch zum Wochenschluss kein Lichtblick an der Schweizer Börse.
Auch zum Wochenschluss kein Lichtblick an der Schweizer Börse.
Bild: cash

Zudem hielten sich viele Anleger vor den für Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktdaten zurück, sagen Händler. Zahlreiche Quartalsergebnisse treten im Vergleich dazu in den Hintergrund. Der SMI gibt bis 10.45 Uhr 0,5 Prozent auf 7605 Zähler nach. Er steht damit so tief wie seit Ende Juni nicht mehr, als das überraschende Brexit-Votum für Turbulenzen sorgte. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,8 Prozent verloren.

Der Grossteil der Standardwerte ist im Minus. Deutliche Gewinne gibts jedoch bei den Luxusgüterherstellern Richemont und Swatch: Die Richemont-Papiere legen 6,6 Prozent zu. Zwar hat die anhaltend schwache Nachfrage nach teuren Uhren und Schmuck sowie ausserordentliche Aufwendungen für Produktrücknahmen den Gewinn im ersten Halbjahr um 51 Prozent auf 540 Millionen Euro gedrückt. Im Oktober habe sich das Geschäft jedoch positiv entwickelt, erklärt das Unternehmen. Beflügelt durch die besseren Aussichten ziehen auch die Aktien der Konkurrentin Swatch um 2 Prozent an.

Bei Richemont kommt es zudem zu einem Managementwechsel: Konzernchef Richard Lepeu geht per Ende März 2017 in Pension. Finanzchef Gary Saage tritt Ende Juli 2017 zurück und wird durch Vize-Finanzchef Burkhart Grund ersetzt. Ein neuer Konzernchef ist noch nicht bestimmt. "Vor allem der Rücktritt des CFO kommt überraschend und ist negativ zu werten, da dieser nach unserer Einschätzung einer der besten CFO der Schweiz war", erklären die ZKB-Analysten.

Zahlen von Lafarge-Holcim kommen gut an

Für Gesprächsstoff sorgte darüber hinaus Lafarge-Holcim. Der Zementkonzern steigerte sein Ergebnis in den ersten drei Quartalen um 2 Prozent auf 4,21 Milliarden Franken - so wie von Analysten erwartet. Unter dem Strich fuhr der schweizerisch-französische Konzern einen Gewinn von 1,4 Millionen Franken ein und konnte zudem die Verschuldung deutlich senken. Das kommt gut an: Die Aktie gewinnt 3,1 Prozent.

Zu den grössten Verlierern zählen die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, die 1,4 und 1,1 Prozent verlieren. Der Biotechwert Actelion gibt 1,5 Prozent nach. Weit oben auf den Verkaufslisten stehen auch die Banken: UBS, Credit Suisse und Julius Bär verlieren über 1 Prozent an Wert. Die Versicherungswerte büssen ebenfalls Terrain ein.

Die ebenfalls schwergewichtete Nestlé-Aktie kann gegen den Trend 0,1 Prozent zulegen. Händler führen das auf das überraschend starke Wachstum der Beteiligung L'Oreal zurück. Der französische Kosmetikkonzern hatte seinen Umsatz im dritten Quartal um 5,6 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro gesteigert. Experten hatten mit einem geringeren Zuwachs gerechnet. Für Nestlé sei das ein "willkommener Farbtupfer", erklären die Experten der Zürcher Kantonalbank.

(Reuters)