Nervöse Schweizer Anleger verkaufen ihre Bankentitel

Die Schweizer Börse setzt am Mittwoch ihren Abwärtstrend fort. Die Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und die Entwicklung der US-Zinsen mache die Anleger nervös, sagen Händler.
02.11.2016 11:30
Vor allem die Bankaktien sind am Mittwoch an der Börse stark unter Druck (im Bild der Paradeplatz in Zürich mit UBS und Credit Suisse.
Vor allem die Bankaktien sind am Mittwoch an der Börse stark unter Druck (im Bild der Paradeplatz in Zürich mit UBS und Credit Suisse.
Bild: cash

Spekulationen auf einen Wahlsieg von Donald Trump hatten bereits am Vortag für Unruhe an den Märkten gesorgt. Der Republikaner gilt als unberechenbarer als Hillary Clinton, die die Politik ihres Parteifreundes Barack Obama fortsetzen dürfte. Das Angstbarometer Volatilitätsindex steigt auf fast 20 Punkte - den höchsten Stand seit fast vier Monaten.

Der SMI ermässigt sich bis 11.30 Uhr um 0,2 Prozent auf 7744 Punkte. Der Leitindex fiel damit deutlich aus der seit mehreren Monaten geltenden Handelsspanne von 7800 bis 8300 Zählern heraus.

Die US-Notebank wird nach Börsenschluss in Europa ihre geldpolitischen Beschlüsse veröffentlichen. Die Währungshüter dürften nach Ansicht von Experten den Leitzins nur knapp eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl nicht anheben. Die Investoren gehen von einem solchen Schritt bei der kommenden Sitzung im Dezember aus. Impulse liefern könnten die Jobzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Am Freitag folgt dann die stark beachtete monatliche Arbeitsmarktstatistik der amerikanischen Regierung.

Bankentitel europaweit unter Druck

Unter Druck stehen die Aktien der Banken, die europaweit Federn liessen. Der Bankaktienindex verliert 1,7 Prozent. Die Titel der Grossbank Credit Suisse werden um 2,6 Prozent tiefer bewertet. Die Titel von Rivalin UBS werden um 2,4 Prozent tiefer gehandelt. Die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär, EFG International und GAM Holding büssen an Wert ein. Auch die Versicherungstitel geben nach.

Gegen den Trend fester sind die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche sowie die Aktien der Lebensmittelkonzerne Nestlé und Barry Callebaut. Die Kursgewinne halten sich mit rund einem halben Prozent aber in Grenzen, einzig Barry Callebaut legen mit 1,3 Prozent deutlicher zu. Beim weltgrössten Kakao- und Schokoladen-Produzent schmälerten die gestiegenen Kakaopreise den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr. Den Aktionären soll die Investition mit einer Dividendenerhöhung um einen auf 15,50 Franken je Aktie versüsst werden. An seinen mittelfristigen Ertragszielen hält das Unternehmen fest.

Oerlikon-Aktie nach Quartalszahlen im Ausverkauf

Dagegen sacken die Anteile von Oerlikon um 5 Prozent ab. Der Betriebsgewinn (Ebitda) des Anlagenbauers ist im dritten Quartal um 27 Prozent auf 81 Millionen Franken eingebrochen. Oerlikon bekräftigte seine Jahresprognose. "Auf allen Stufen leicht unter den Erwartungen", stuft ZKB-Analyst Armin Rechberger den Quartalsausweis ein.

Auch andere zyklische Werte geben meist nach. Lafarge-Holcim sinken um 2,5 Prozent. Der Zementkonzern legt am Freitag seinen Quartalsbericht vor. Die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont sinken zwei Tage vor dem Halbjahresbericht um 1 Prozent. Die Swatch-Titel verlieren 1,7 Prozent. Ebenfalls um 1 Prozent und mehr geben die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Chemikalienherstellers Clariant und der Sanitärtechnikfirma Geberit nach.

(Reuters/cash)