Nervöser Handel an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Dienstagmittag kaum verändert, wobei der SMI einen volatilen Verlauf nimmt.
01.11.2016 13:00
Keine Richtung: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Keine Richtung: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: cash

Nach einer festeren Eröffnung rutschte der Leitindex zwischenzeitlich in Minus, erholte sich dann aber wieder leicht. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch zeigten sich die Anleger nervös, auch wenn vom Fed noch keine Leitzinserhöhung erwartet werde, heisst es im Handel. Nachrichten seitens Schweizer Unternehmen, die am Dienstag bezüglich Quartalsberichterstattung eine Pause einlegen, sind rar.

Für Unruhe sorgt zudem der wieder offener gewordenen Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen vom 8. November, nachdem Enthüllungen von Wikileaks und das Wiederaufkochen der E-Mail-Affäre den Ruf der Kandidatin Hillary Clinton in Frage stellen. Dem Markt scheine vor diesem Hintergrund bereits wieder etwas die Puste auszugehen, erklärt ein Händler. Positive chinesische Wirtschaftsdaten hätten die Anleger nur kurz begeistern können.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,1%, höher bei 7835 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,1% auf 1224 und der breite SPI ebenfalls 0,1% auf 8584 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen mittlerweile 14 im Minus nachdem es am Morgen gerade noch 5 waren. Zwei, Adecco und Julius Bär, notieren unverändert.

Mit Spannung erwartete Fed-Sitzung

Spannend werden könnte auch die heute beginnende Sitzung der US-Notenbank, heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Sicher sei zwar, dass die Federal Reserve im November stillhalten werde. Dafür könnte sie den Termin aber nutzen, um die Märkte endgültig auf eine Zinsanhebung im Dezember einzustimmen. Am Nachmittag könnte der amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindizes und die Zahlen zum Autoabsatz für Impulse sorgen.

Die stärksten Einbussen verzeichnen inzwischen Actelion mit -1,2%, die damit SGS (-0,7%) als Schlusslicht ablösen. Auch Roche (-0,7%) und Novartis (-0,2%) müssen Federn lassen und bauen bis am Mittag ihre Verluste vom Morgen weiter aus. Der Branchennachbar Pfizer legte am späten Vormittag zahlen für das dritte Quartal vor, die den Erwartungen entsprachen. Der Mitbewerber senkte aber den Ausblick 2016 für den Gewinn pro Aktien.

SGS wiederum wurden am Dienstag von der Deutschen Bank und von Berenberg nach dem Kapitalmarkttag zurückgestuft. Die Eindrücke aus den Investorentagen haben gemäss Deutscher Bank ihre Bedenken mit Blick auf die langfristige Gewinnentwicklung in der Branche erhöht.

Syngenta geben 0,3% nach. Das Übernahmeangebot für den Basler Agrochemiekonzern durch die chinesische ChemChina wird erneut verlängert.

Nestlé stützt den Markt

Gestützt wird der SMI weiterhin durch das Schwergewicht Nestlé (+0,8%). Zulegen können auch die Valoren der Grossbanken UBS (+0,6%) und vor allem Credit Suisse (+1,5%), die inzwischen die stärksten Avancen unter den 30 SLI-Titeln verzeichnen. Letztere wird am Donnerstag ihre Resultate zum dritten Quartal veröffentlichen.

Weiter gesucht sind auch Kühne+Nagel (+0,8%), nachdem J.P. Morgan die Titel auf "Neutral" von "Underweight" hochgestuft hat. Sika (+1,1%) zeigen sich nach dem Kurssprung von +12% am Vortag im Anschluss an den für den Sika-VR positiven Entscheid des Zuger Kantonsgericht erneut fester.

Im breiten Markt fallen EFG (-2,8%) und Meyer Burger (-1,2%) mit Rückschlägen auf. Die Privatbankengruppe meldete am Dienstag den Abschluss der Akquisition der Tessiner BSI von BTG Pactual und machte erste Angaben zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal. Von Analysten werden diese in Bezug auf BSI als enttäuschend bewertet.

Meyer Burger mit Wechsel im Management

Meyer Burger wiederum organsiert die Aufgaben und Verantwortungen der Funktion des Chief Operating Officer (COO) neu. Der bisherige COO verlässt das Unternehmen Ende April 2017.

Über 2% geben auch Evolva (-2,4%) nach. Berenberg senkt das Kursziel für die Aktien und rät weiterhin zum Verkauf der Titel.

Der Bauzulieferer AFG (-1,4%) veranstaltet am heutigen Dienstag eine ausserordentliche Generalversammlung zur im September ankündigten Übernahme der Industriegruppe Looser (-1,2%). Zudem steht die Veröffentlichung der vielbeachteten PMI-Daten aus den USA auf dem Programm.

(AWP)