Nestlé-Aktie fällt nach Jahreszahlen

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat im Geschäftsjahr 2013 weniger Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Die Dividende wird leicht erhöht. Die Aktie reagiert negativ.
13.02.2014 09:09
Von Ivo Ruch
Naestlé hat 10 Milliarden Gewinn eingefahren.

Nestlé hat im Geschäftsjahr 2013 einen Reingewinn von 10 Milliarden Franken erwirtschaftet. Analysten hatten mit einem Gewinn von 10,6 Milliarden gerechnet.

Das organische Wachstum des Lebensmittelkonzerns beläuft sich auf 4,6 Prozent. Das trifft die Erwartungen der Analysten exakt. Das organische Wachstum hat sich damit wie von Nestlé selbst angekündigt im vierten Quartal weiter beschleunigt. Das Unternehmen gibt zwar keinen detaillierten Wert für das vierte Quartal bekannt, er dürfte aber ziemlich genau bei 5,2 Prozent gelegen haben, während im dritten Quartal rund 5,0 Prozent und im zweiten Quartal lediglich knapp 4 Prozent resultiert hatten.

Der Umsatz der Gruppe stieg 2013 um 2,7 Prozent auf 92,2 Milliarden, was unter den Schätzungen der Analysten liegt. Diese waren von rund 93 Milliarden ausgegangen.

Die Aktie von Nestlé fällt am Dienstag im frühen Handel um über 2 Prozent. In den letzten sechs Monaten hat sie um 6 Prozent zugelegt und befindet sich rund 4 Prozent vom Allzeithoch bei 70 Franken entfernt.

"Bereinigt um das ausserordentliche Ergebnis, vor allem Abschreibungen im Zusammenhang mit den erfolgten Verkäufen, liegt der Reingewinn über den Erwartungen. Die Guidance liegt mit einem organischen Wachstum von rund 5 Prozent unter dem üblichen Ziel von 5 bis 6 Prozent organischem Wachstum", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einer Notiz.

Geringes Wirtschaftswachstum

Die operative Ergebnismarge der Gruppe stieg im vergangenen Jahr um 20 Basispunkte (BP) und erreichte 15,2 Prozent, wie der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern am Donnerstag mitteilte. Der EBIT selbst wird bei 14,0 Milliarden Franken ausgewiesen. Der Reingewinn sank leicht auf 10,0 Milliarden Franken, bedingt durch die Kosten der Portfolio-Umstrukturierung und durch Wechselkurseffekte, wie es heisst. Der Verwaltungsrat schlägt aufgrund der Resultate eine Dividendenerhöhung um 10 Rappen auf 2,15 (VJ 2,05) Franken pro Aktie vor.

Das organische Wachstum der Gruppe war laut Nestlé "breit abgestützt", mit 5,1 Prozent in Nord- und Südamerika, 0,8 Prozent in Europa und 7,4 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Das Geschäft in den Industrieländern wuchs um 1,0 Prozent und erzielte einen Umsatz von 51,4 Milliarden Franken. In den aufstrebenden Märkten wuchsen die Verkäufe um 9,3 Prozent auf 40,8 Milliarden. Das interne Realwachstum betrug 2,1 Prozent in Nord- und Südamerika, 1,9 Prozent in Europa und 5,9 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Dieses Wachstum spiegle die Konzentration auf der Prioritäten, die es Nestlé erlaubt habe, den Markt zu übertreffen.

Die Kosten der verkauften Produkte sanken um 70 Basispunkte als Prozentsatz des Umsatzes, auch dank des Umfelds günstiger Inputkosten. Die Vertriebskosten sanken um 10 Basispunkte, wie es heisst.

"Das makroökonomische Umfeld war 2013 geprägt von geringem Wachstum, das in den Industrieländern minimal und in den aufstrebenden Märkten niedriger als zuvor war. Als Antwort darauf haben wir die Markenunterstützung verstärkt, Innovationen beschleunigt und sichergestellt, dass unsere Preisanpassungen die Konsumentenbedürfnisse berücksichtigen. Dies gab unserem internen Realwachstum Schwung und trug zusammen mit Effizienzgewinnen und strukturellen Kostenersparnissen zur Verbesserung unserer Margen und zum starken Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit bei", wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert.

Der Ausblick fällt etwas vorsichtiger aus als auch schon. Das vergangene Jahr sei herausfordernd gewesen und 2014 werde voraussichtlich ebenso ausfallen, heisst es. Bulcke wörtlich: "Wir werden unsere Leistung weiterhin diszipliniert gemäss dem Nestlé-Modell mit profitablem Wachstum und Ressourceneffizienz vorantreiben. Ich erwarte für 2014 eine ähnliche Leistung wie im Vorjahr, welche erneut in der zweiten Jahreshälfte stärker ausfallen und den Markt übertreffen wird, mit einem Wachstum um 5 Prozent sowie Verbesserungen der Margen, des nachhaltigen Gewinns je Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz."

Nestlé schüttet 2,15 Franken pro Aktie an seine Aktionäre aus. Der Analysten-Konsens lag bei 2,14 Franken. Nestlé hat vor einiger Zeit die Dividende gegenüber Aktienrückkäufen in den Vordergrund gestellt. Mit der jüngsten L'Oréal-Transaktion gibt es aber wieder einen Aktienrückkauf (siehe oben).

(mit Material von AWP)