Nestle leidet unter gedämpfter Konsumstimmung

Nestle ist mit deutlichen Bremsspuren ins 2013 gestartet. Im ersten Quartal verpasste der Nahrungsmittelkonzern sowohl beim Umsatz wie auch beim organischen Wachstum die Marktvorgaben deutlich.
18.04.2013 07:39
Nestle ist schwächer ins 2013 gestartet als erwartet.
Nestle ist schwächer ins 2013 gestartet als erwartet.
Bild: Bloomberg

Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller Nestlé hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2013 ein organisches Wachstum von +4,3% erzielt. Im Vorjahresquartal hatte das Wachstum noch bei 7,2 Prozent gelegen.

Der Gruppen-Umsatz stieg derweil um 5,4% auf 21,9 Mrd CHF. Dabei machte der Wechselkurseffekt -0,9% und der Akquisitionseffekt +2,0% aus, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Damit hat Nestlé die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei der wichtigsten Kennzahlen organisches Wachstum klar verfehlt. Diese hatten das organische Wachstum im Durchschnitt bei +4,6% geschätzt. Beim Umsatz wurde ein Wert von 22,54 Mrd CHF erwartet.

Jahressstart spiegelt Vorsicht wider

Alle drei geographischen Regionen trugen laut Mitteilung zum organischen Wachstum bei. Es betrug in Nord- und Südamerika 5,1%, in Europa 1,0% und in Asien, Ozeanien und Afrika 6,1%. Das Geschäft wuchs um 8,4% in aufstrebenden Märkten und um 0,9% in Industrieländern. Die Leistung entspreche den gegensätzlichen Marktbedingungen in den verschiedenen Regionen, heisst es dazu.

"Der Start ins neue Jahr spiegelt die Vorsicht wider, die wir im Februar zum Ausdruck gebracht haben.....Wir übertreffen die Konkurrenz in Europa, wo die Konsumentenstimmung insgesamt gedämpft bleibt. Wir sehen Fortschritte in unserem Nordamerikageschäft und gehen von einer stärkeren Dynamik in wichtigen aufstrebenden Märkten aus", wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert.

Nestlé rechnet weiterhin mit einem "volatilen Umfeld". Der anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im Februar gegebene Ausblick für 2013 wird aber bestätigt. Dementsprechend will der Konzern auch 2013 das sogenannte Nestlé-Modell erreichen, d.h. ein organisches Wachstum von 5% bis 6% sowie ein Verbesserung der Marge und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen. Auch eine Verbesserung der Kapitaleffizienz gehört dazu.

(AWP)