Nestlé-Präsident: Gesundheitsbereich erhält zentrale Bedeutung

Beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé wird der Gesundheitsbereich laut Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck künftig eine «zentrale Bedeutung» erhalten.
10.08.2016 20:45
Der Hauptsitz von Nestlé in Vevey.
Der Hauptsitz von Nestlé in Vevey.
Bild: Bloomberg

Dies soll geschehen, indem der künftige CEO persönlich die Verantwortung übernehme. "Es geht um eine Gewichtsverschiebung innerhalb von Nestlé", sagte Brabeck in einem Interview mit der "Handelszeitung" (Vorabdruck der Ausgabe vom 11. August). Der künftige CEO Ulf Mark Schneider komme aus dem Health-Bereich und bringe spezifisches Know-how ein.

Als Bereich, der ausserhalb des Konzerns angesiedelt war, sei der Gesundheitsbereich bei Nestlé "eher ein Randthema gewesen", auch weil er nicht in der Konzernleitung vertreten war. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, die beiden Tochterfirmen Health Science und Skin Health in den Konzern zu integrieren, gab sich Brabeck überzeugt.

Zusätzliches Know-How aus Gesundheitsindustrie

Wenn es um Knowhow im Bereich Güter des täglichen Gebrauchs gegangen wäre, hätte Nestlé keinen externen CEO holen müssen, so der VR-Präsident weiter: Da habe das Unternehmen intern genügend Know-how. Es gehe um zusätzliches Know-how, jenes aus der Gesundheitsindustrie. "Wenn ich nächstes Jahr zurücktrete, ist es für mich wichtig, dass dieses Projekt definitiv verankert ist, auch im obersten Management."

Der neue CEO Ulf Mark Schneider, der vom deutschen Unternehmen Fresenius kommt, tritt die Stelle des Nestlé-CEO per Anfang 2017 an. Brabeck selbst wird an der kommenden Nestlé-Generalversammlung als VR-Präsident abtreten und das Amt an den derzeitigen CEO Paul Bulcke abtreten.

Ob auch künftig das "Nestlé-Wachstums-Prinzip" eines jährliche Umsatzplus von 5 bis 6% gelten wird, liess Brabeck im Interview offen. "Das ist nicht die Vorgabe des VR-Präsidenten, sondern die Vorgabe, die sich der Konzernchef selber setzt", sagte er. Er selbst habe sich die 5-6% als früherer Nestlé-Chef als Ziel vorgenommen. Sein Nachfolger Paul Bulcke habe sich ebenfalls dafür entschieden. "Ob das der neue CEO auch so sieht oder ob er sich andere Messgrössen vornimmt, wird man sehen."

(AWP)