Nestlé-Wachstum stagniert

Nestlé hat im Geschäftsjahr 2014 bezüglich Wachstum erneut unter den eigenen Zielen abgeschnitten. Die Erwartungen der Analysten wurden jedoch getroffen.
19.02.2015 07:40
Paul Bulcke ist seit April 2008 CEO von Nestlé.
Paul Bulcke ist seit April 2008 CEO von Nestlé.
Bild: cash

Die Dividende soll aber wiederum erhöht werden. Und für dieses Jahr geht Nestlé von einem Wachstum von rund 5 Prozent aus.

Im vorbörslichen Handel bei Julius Bär legt die Aktie 0,9 Prozent zu (hier gehts zur Vorbörse auf cash.ch)

Das organisches Wachstum 2014 erreichte 4,5 Prozent und war damit praktisch gleich hoch wie 2013 (4,6 Prozent), aber unter dem eigenen Langfristziel von 5 bis 6 Prozent. Es setzt sich zusammen aus dem interne Realwachstum (RIG) von 2,3 Prozent und Preisanpassungen von 2,2 Prozent. Der Gesamt-Umsatz sank derweil um 0,6 Prozent auf 91,6 Mrd CHF, wobei sich die Wechselkurse per Saldo mit -5,5 Prozent und Zu-/Verkäufe mit +0,4 Prozent auswirkten.

Das organische Wachstum hat sich damit im vierten Quartal wieder etwas beschleunigt. Das Unternehmen gibt zwar keinen detaillierten Wert für das vierte Quartal bekannt, er dürfte aber ziemlich genau bei 4,5 Prozent gelegen haben, während im dritten Quartal rund 4,1 Prozent und im zweiten Quartal rund 5,2 Prozent resultiert hatten.

Kontinuierliche Dividendenerhöhung

Die operative Ergebnismarge der Gruppe stieg im vergangenen Jahr um 10 Basispunkte (BP) bzw. 30 BP zu konstanten Wechselkursen und erreichte 15,3 Prozent, wie der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsgewinn selbst wird mit 14,0 Mrd CHF ausgewiesen.

Der Reingewinn stieg um 4,4 Mrd auf 14,5 Mrd CHF, was u.a. mit dem Verkauf eines Anteils an L'Oréal und der Neubewertung des Galderma-Anteils zusammenhängt. Der Verwaltungsrat hält trotz der Wachstumsschwäche an seiner Politik der kontinuierlichen Dividendenerhöhung fest und schlägt eine Erhöhung um 5 Rappen auf 2,20 (VJ 2,15) CHF pro Aktie vor.

Analysten-Schätzungen getroffen

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) in etwa getroffen. Der AWP-Konsens lag für das organische Wachstum bei +4,5 Prozent (RIG +2,1 Prozent) und für die operative Marge bei 15,3 Prozent. Etwas unter den Erwartungen fiel die Dividende aus.

Das organische Wachstum der Gruppe war laut Mitteilung breit abgestützt, mit 5,4 Prozent in Nord- und Südamerika, 1,9 Prozent in Europa und 5,7 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Das Geschäft in den Industrieländern wuchs um 1,1 Prozent und erzielte einen Umsatz von 51,4 Mrd CHF, dasjenige in den aufstrebenden Märkten wuchs um 8,9 Prozent und erzielte 40,2 Mrd Umsatz.

Vorsichtiger Ausblick

"Dies sind starke Resultate, die auf dem guten Wachstum der vergangenen Jahre aufbauen und in einem schwachen Handelsumfeld erzielt wurden....Während wir kurzfristig gute Ergebnisse erzielen, halten wir zugleich den Fokus auf unser langfristiges Geschäft und stärken damit die Grundlagen für zukünftiges Wachstum", wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2015 fällt derweil wiederum relativ vorsichtig aus. "Wir erwarten, dass 2015 ähnlich wie 2014 wird, und streben nach organischem Wachstum von rund 5 Prozent mit Verbesserungen der Margen, des nachhaltigen Gewinns je Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz", so Konzernchef Bulcke weiter.

(AWP)