Neue EU-Tochter startet - Easyjet erwartet mehr Gewinn

Der britische Billigflieger Easyjet rechnet trotz der Turbulenzen rund um den Brexit mit mehr Gewinn als zuletzt.
20.07.2017 08:50
Ein Easyjet-Flugzeug beim Start.
Ein Easyjet-Flugzeug beim Start.
Bild: ZVG

Der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn werde im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September voraussichtlich 380 bis 420 Millionen britische Pfund (429 bis 475 Mio Euro) erreichen, teilte die Ryanair-Rivalin am Donnerstag in Luton bei London mit. Noch im Mai hatte das Unternehmen mit knapp 370 Millionen Pfund gerechnet.

Derweil ist die neue Easyjet-Tochter in Österreich startklar, die dem Konzern die europäischen Flugrechte nach dem EU-Austritt Grossbritanniens sichern soll. Die neue Fluglizenz liege vor, der erste Flug finde noch an diesem Donnerstag statt, sagte die scheidende Easyjet-Chefin Carolyn McCall. Die Managerin hatte vor wenigen Tagen angekündigt, zum kommenden Jahreswechsel zum Fernsehsender ITV zu wechseln.

Zu McCalls optimistischeren Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr trugen vor allem kräftig steigende Passagierzahlen und Ticketerlöse bei. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni beförderte Easyjet 22,3 Millionen Fluggäste und damit fast elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die Flugzeuge waren besser gefüllt. Je Fluggast nahm Easyjet fast fünf Prozent mehr ein als im Vorjahr. Der Umsatz stieg dabei um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund.

Allerdings sind dabei auch Wechselkurseffekte enthalten. So hat das britische Pfund nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt deutlich an Wert verloren. Währungsschwankungen herausgerechnet, konnte Easyjet die Betriebskosten je Sitz um 5,5 Prozent senken. Ohne den günstigen Treibstoffpreis wären sie um 1,6 Prozent gestiegen.

(AWP)