Neue Jahreshöchststände - Was es braucht, damit die Gold-Unze auf über 1300 Dollar steigt

Die Gold-Unze stösst sich zum dritten Mal in Folge bei 1300 Dollar den Kopf. Eine Strategin der UBS sieht von zwei Seiten her Impulse ausgehen.
24.08.2017 08:38
Von Lorenz Burkhalter
Anleger haben beim Gold zuletzt spekulative Positionen aufgebaut.
Anleger haben beim Gold zuletzt spekulative Positionen aufgebaut.
Bild: Pixabay

Es ist, als laste ein Fluch auf dem Gold: Am vergangenen Freitag kletterte der Preis für eine Unze (ca. 31,1 Gramm) zwar kurzerhand auf 1'301,17 Dollar und damit auf den höchsten Stand in diesem Jahr. Die Freude der Edelmetall-Fans hielt jedoch nur kurz. Gold stösst seither zum dritten Mal innerhalb nur weniger Monate den Kopf bei 1'300 Dollar.

Es brauche denn auch einen starken Impuls, um den Fluch vom Gold zu nehmen, schreibt die Edelmetallstrategin der UBS Investmentbank. Ihres Erachtens muss ein solcher Impuls zwingend entweder von geopolitischen Spannungen oder von der Geldpolitik ausgehen.

Notenbanktreffen in Jackson Hole könnte die Märkte bewegen

In Bezug auf die zukünftige Geldpolitik verweist sie auf das traditionelle Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Am Freitag um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit meldet sich Janet Yellen, die Vorsitzende der Federal Reserve Bank, zu Wort. Um 21 Uhr hält dann ihr Kollege Mario Draghi von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Rede.

Die Gold-Unze kostete in den letzten Tagen erstmals wieder mehr als 1'300 Dollar (Quelle: www.cash.ch)

Die Zentralbanken selber waren es, welche die Erwartungen an die Konferenz in den letzten Tagen dämpften. Man wolle ein ruhiges, sachliches Treffen ohne geldpolitische Paukenschläge, so liess man die Weltöffentlichkeit wissen.

Die UBS-Expertin rechnet deshalb nicht mit bahnbrechenden Neuigkeiten. Allerdings schliesst sie nicht aus, dass Aussagen in Bezug auf die zukünftige Teuerungsentwicklung oder Anhaltspunkte für eine Normalisierung der Zins- und Geldpolitik die Finanzmärkte bewegen könnten. Liesse sich von den Aussagen auf höhere Zinsen schliessen (anziehende Teuerung, baldige Normalisierung der Zins- und Geldpolitik), wäre das negativ für den Goldpreis - und umgekehrt. Das Edelmetall wird von den Anlegern nämlich schon seit Jahren als Inflationsschutz genutzt. Ausserdem wirft das Gold keine Erträge ab, weshalb steigende Zinsen dessen Attraktivität schmälern.

Kräftiger Anstieg bei spekulativen Goldpositionen

Obwohl der Preis für eine Gold-Unze zuletzt auf knapp unter 1'290 Dollar zurückgefallen ist, weiss die Edelmetallstrategin von einer guten Grundnachfrage zu berichten. Der Appetit der Anleger nach dem gelben Metall zu Absicherungszwecken sei ungebrochen, so lässt sie den Leser wissen.

Etwas sorgen bereitet ihr der zuletzt beobachtete Anstieg spekulativer Goldpositionen. Statistiken zufolge schwollen letztere seit Mitte August um 4 auf 20 Millionen Unzen an. Der Expertin zufolge gehen mit dieser Entwicklung gewisse Risiken für den Goldpreis einher. Gleichzeitig wird dadurch die Messlatte für einen nachhaltigen Anstieg des Edelmetalls auf über 1'300 Dollar, gefolgt von einem Vorstoss in die Region von 1'375 bis 1'380 Dollar, hochgelegt.