Neue Zielvorgaben - Geberit lässt sich noch nicht in die Karten schauen

Der Jahresumsatz von Geberit bewegt sich im Rahmen der Erwartungen. Enttäuschungen bleiben vorerst aus. Solche drohen aber eher bei den noch nicht kommunizierten Zielvorgaben für 2019. Dennoch legt die Aktie zu.
17.01.2019 11:25
Von Lorenz Burkhalter
Lavabos von Geberit warten auf die Auslieferung.
Lavabos von Geberit warten auf die Auslieferung.
Bild: zvg/Geberit

Den erfolgsverwöhnten Aktionären von Geberit bietet sich für das zurückliegende vierte Quartal 2018 ein ungewohntes Bild: Das Umsatzwachstum verlangsamte sich beim Sanitärtechnikkonzern gegen null. Die Erwartungen der Analysten werden knapp erfüllt. Das allerdings nur, weil die Folgen des erstarkten Frankens rückblickend etwas überschätzt wurden.

Was die Zielvorgaben für 2019 anbetrifft, so lässt sich das Unternehmen vorläufig noch nicht in die Karten schauen. Auch die Mittelfristziele - das Unternehmen strebt ein organisches Umsatzwachstum von jährlich 4 bis 6 Prozent sowie eine operative Marge (EBITDA) zwischen 28 und 30 Prozent an - werden in der Medienmitteilung nicht bestätigt. Raum für Enttäuschungen sehen Analysten denn auch vor allem bei den Zielvorgaben für das neue Jahr und den Mittelfristzielen (cash berichtete).

An der Schweizer Börse SIX reagieren die Anleger vorerst mit Erleichterung auf die ausbleibende Enttäuschung. Die Geberit-Aktie erholt sich zur Stunde noch um 2,5 Prozent auf 374,70 Franken. Die Tageshöchstkurse liegen gar bei 379,30 Franken. Aus dem Handel ist von vereinzelten Eindeckungstransaktionen durch ausländische Leerverkäufer zu hören.

Erfreuliche Wachstumsbelebung im Schlussquartal

Wie es bei der UBS heisst, beschleunigte sich das Umsatzwachstum im vierten Quartal trotz einer hohen Vergleichsbasis. Die Grossbank sieht den Fernen Osten sowie das Geschäft mit Spülsystemen als die beiden treibenden Kräfte hinter dieser Wachstumsbelebung. Die UBS rechnet mit einer neutralen Börsenreaktion und empfiehlt die Geberit-Aktie wie bis anhin mit einem 12-Monats-Kursziel von 330 Franken zum Verkauf.

Ähnlich tönt es bei der Zürcher Kantonalbank. Sie erachtet die Erwartungen an die Umsatzentwicklung im Schlussquartal als erfüllt und zeigt sich erfreut über die Wachstumsbelebung im Vergleich zum dritten Quartal. Nicht zuletzt auch dank der Bestätigung der Margenvorgaben für 2018 sieht die Zürcher Kantonalbank weder bei den bankeigenen Schätzungen, noch beim "Marktgewichten" lautenden Anlageurteil einen Anpassungsbedarf.

Eine Häufung von Verkaufsempfehlungen im Vorfeld

Eher vorsichtig gibt man sich bei der Bank Vontobel. Trotz der insgesamt etwas besser als erwartet ausgefallenen Umsatzentwicklung im vierten Quartal bezeichnet die Zürcher Bank die Wachstumsverlangsamung in Deutschland sowie die Absatzschwäche in Italien sowie im Geschäft mit Badkeramik als "besorgniserregend". Die Bank Vontobel befürchtet, dass das Wachstum auch 2019 hinter den Mittelfristzielen zurückbleiben könnte. Die Aktie wird weiterhin mit "Hold" eingestuft, das Kursziel von 410 Franken womöglich in den nächsten Tagen reduziert.

Neben der UBS stuften in den ersten Januar-Wochen auch Goldman Sachs sowie die Berenberg Bank die Aktie von Geberit auf Verkaufen herunter. Dabei nahmen alle drei Banken in Erwartung vorsichtiger Zielvorgaben für 2019 einschneidende Gewinnschätzungsreduktionen vor (cash berichtete). Voraussichtlich werden die neuen Vorgaben erst anlässlich der Veröffentlichung des detaillierten Jahresergebnisses vom 12. März kommuniziert.

Beobachtern zufolge lässt diese augenfällige Häufung von Verkaufsempfehlungen auf möglicherweise enttäuschende Zielvorgaben für 2019 schliessen. Mit einem Minus von rund 5 Prozent zählt die Geberit-Aktie seit Jahresbeginn denn auch zu den schwächsten Vertretern aus dem Swiss Market Index (SMI).

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