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Newron: Eine Aktie auf Achterbahnfahrt

Die Newron-Aktie hat turbulente Zeiten hinter sich. Warum die kommenden Wochen für die Biotech-Firma entscheidend sind und worauf Anleger achten sollten.
24.11.2014 14:36
Von Ivo Ruch
Auf oder Ab: Wohin steuert die Newron-Aktie?
Auf oder Ab: Wohin steuert die Newron-Aktie?
Bild: cash

Newron-Aktionäre müssen sich in letzter Zeit fühlen, wie auf einer Fahrt mit der Achterbahn. Die Aktie hat zwar im laufenden Jahr 6 Prozent zugelegt. Zwischenzeitlich ist sie aber auch wiederholt innert kurzer Zeit um mehrere Prozentpunkte abgesackt. So zum letzten Mal im Oktober, als Newron zu den grossen Verlierern am Schweizer Aktienmarkt gehörte. Daraufhin kletterte die Aktie aber innerhalb eines Handelstages um 16 Prozent. Vom Allzeithoch ist die Aktie allerdings meilenweit entfernt. Es liegt bei 80 Franken und stammt aus dem Sommer 2007.

Der Verlauf der Newron-Aktie in den letzten 6 Monaten.

Dieser Kursverlauf widerspiegelt, wie bei vielen anderen jungen Firmen aus der Biotechnologiebranche, die Unsicherheit der Produktentwicklung. Denn solange ein Unternehmen wie Newron kein Produkt auf dem Markt hat, läuft es ständig Gefahr, das Vertrauen der Investoren zu verlieren und Bankrott zu gehen.

Newron setzt auf die Entwicklung von Medikamenten gegen neurologische Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. Das fortgeschrittenste Medikament ist Safinamide, das bei sämtlichen Krankheitsstufen von Parkinson zum Einsatz kommen kann. Derzeit laufen in den USA und in Europa diesbezüglich wichtige behördliche Zulassungsverfahren. Als nächster Meilenstein gilt der 19. Dezember. Dann soll die European Medicines Agency über die Zulassung von Safinamide entscheiden.

Rege Diskussionen im Forum

Laut Analysten liegt das Umsatzpotenzial von Safinamide dereinst bei 620 Millionen Euro. Doch die Italiener aus dem Mailänder Vorort Bresso verdienen damit noch kein Geld. Im ersten Halbjahr verdoppelte sich ihr Verlust auf 4,6 Millionen Euro. Die Analysten von Valuationlab erwarten erst 2016 schwarze Zahlen. Bis dahin muss Newron von ihrem Cash-Polster zehren.

Auch im User-Forum von cash wird rege über die Zukunft von Newron diskutiert: Mögliche Daten von Behördenveröffentlichungen werden herumgeboten und die Folgen für den Aktienkurs abgeschätzt. So schreibt User "amigo": "Newron wird uns nächstes Jahr 2015 viel Freude bereiten!" Und ein anderer Diskussionsteilnehmer glaubt, dass die Aktie nach erfolgreicher Zulassung auf 45 Franken ansteigen wird. Aktuell steht sie bei knapp 19 Franken.

Biotech-Wetten sind riskant

Wie schnell aber ein Biotech-Traum platzen kann, zeigt das Beispiel von Cytos. Nach einem Misserfolg mit ihrem Hoffnungsträger-Medikament stehen die Zürcher vor dem Aus. Die Cytos-Aktie hat seit Bekanntwerden der Nachricht im April praktisch den gesamten Wert verloren und dümpelt nun bei 30 Rappen vor sich hin.

Ein positives Biotech-Beispiel ist die Geschichte von Santhera Pharmaceuticals. Diese Aktie blickt alleine in diesem Jahr auf einen sagenhaften Gewinn von 2300 Prozent zurück. Auch Santhera schreibt noch einen Verlust von mehreren Millionen. Doch die Basler überzeugen die Anleger offenbar mit der Aussicht auf erfolgreiche Studiendaten und grosse Umsätze ab 2016.

Egal, wie die kommenden Monate für Newron verlaufen, die Aktie ist nur etwas für Anleger mit starken Nerven. Denn selbst vermeintlich kleine Nachrichten können den Titel in die Höhe reissen oder in den Keller stossen. Nicht umsonst werden Biotech-Investments selbst von Experten als spekulativ bezeichnet. Nur zwei Firmen können bislang als erfolgreich am Schweizer Markt bezeichnet werden: Actelion und Basilea.