Nordea entfernt weitere Risiken aus der Bilanz

Skandinaviens grösste Bank hat die erste synthetische Swap-Transaktion im nordischen Raum erfolgreich abgeschlossen und plant nun weitere solcher Geschäfte, um Risiken aus der Bilanz zu entfernen.
28.08.2016 09:05
Die Nordea-Aktie hat in diesem Jahr deutlich an Wert verloren.
Die Nordea-Aktie hat in diesem Jahr deutlich an Wert verloren.
Bild: ZVG

Wie die Nordea Bank am mitteilte, fand sie Investoren, die Papiere kauften, die an das nachrangige Kreditrisiko eines Anteils von 8,4 Mrd. Euro ihres Kreditportfolios gebunden sind. Die Transaktion, die von Barclays, JPMorgan and Nordea Markets arrangiert wurde, schaffe genügen Schutz vor Kreditverlusten, um sowohl erwartete als auch unerwartete Verluste abzudecken, erklärte Nordea.

"Wir sind in einer Position, dass wir weitere Transaktionen angehen können", sagte Tom Johannessen, Leiter Group Treasury und Asset Liability Management bei Nordea. Er hoffe, dass in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eine weitere Transaktion möglich ist.

Nordische Pensionsfonds seien "erpicht" darauf, mit Nordea zu arbeiten, seien aber noch nicht über die "Ziellinie" gekommen, da der Zeitplan für die erste Transaktion recht straff gewesen sei, sagte Johannessen.

Die synthetische Swap-Transaktion war die grösste ihrer Art in Europa in diesem Jahr. Sie bestand aus einem siebenjährigen Kreditausfallswap, der gegen Verluste der ersten fünf Prozent des Portfolios absichert, was etwa 420 Mio. Euro entspricht, wie Johannessen sagte.

Kapitalquote beinahe erreicht

Nordea geht davon aus, dass sie beim harten Kernkapital CET1 eine Quote von 17 Prozent erfüllen muss, nachdem die Finanzaufsichtsbehörde strengere Regeln für die risikogewichteten Aktiva auferlegte. Per Ende Juni kam Nordea auf eine Quote von 16,8 Prozent.

Wie Johannessen weiter sagte, habe die Bank hart daran gearbeitet, um sicherzustellen, dass der synthetische Swap die Zustimmung der schwedischen Finanzaufsicht erhält.

Die Swap-Transaktion benötigt diese Zustimmung zwar nicht, aber die Behörde muss verifizieren, dass das Risiko tatsächlich übertragen wurde. S&P Global Ratings zufolge sind solche Transaktionen zumindest neutral in Bezug auf die Kreditwürdigkeit und könnten positiv sein, weil Investoren jegliche Verluste beim zugrundeliegenden Kreditportfolio tragen müssen.

Bislang haben synthetische Verbriefungen, wie das Instrument von Nordea, aufgrund ihrer Komplexität keine bevorzugte regulatorische Behandlung erfahren. Aber die EU-Kommission und die europäische Bankenaufsicht EBA haben signalisiert, dass einige Instrumente, speziell solche wie bei Nordea, die Kreditrisiken übertragen, dafür in Frage kommen könnten, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

(Bloomberg)