Norwegens Staatsfonds senkt Wert der britischen Immobilien

Der norwegische Staatsfonds hat nach der Brexit-Entscheidung der Briten den Wert seines umfangreichen britischen Immobilienportfolios um fünf Prozent heruntergesetzt.
20.08.2016 05:08
Luxusimmobilien im vornehmen Londoner Stadteil Chelsea.
Luxusimmobilien im vornehmen Londoner Stadteil Chelsea.
Bild: Pixabay

Mit einem Gesamtvermögen von umgerechnet 790 Milliarden Euro ist der Staatsfonds der grösste seiner Art weltweit. "Es ist ein ausserordentlicher Schritt", sagte der stellvertretende CEO Trond Grande am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo bei der Präsentation der Ergebnisse für das zweite Quartal. Da jedoch der börsennotierte Immobilienmarkt im dritten Quartal angezogen habe, "haben wir zumindest keinen Hinweis darauf, dass eine weitere Anpassung nach unten vorgenommen werden sollte", sagte er weiter.

Mit seinen nicht börsennotierten Immobilieninvestments im Volumen von 168 Milliarden Kronen (19,5 Milliarden Franken) verlor der Government Pension Fund Global im zweiten Quartal 1,6 Prozent. Der Fonds besitzt unter anderem Liegenschaften an der Regent Street in London zusammen mit dem britischen Crown Estate, das die Besitztümer der Königin verwaltet. Im Juli, nach dem Brexit-Votum, erwarben die Norweger eine Immobilie mit Büros und Einzelhandelsflächen an der Londoner Oxford Street.

Fonds wieder in Gewinnzone

Insgesamt kehrte der Fonds im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurück, auch wenn er warnte, dass die niedrigen Zinsen die Fähigkeit schmälerten, Erträge zu generieren, zumal die Regierung in zunehmendem Umfang Gelder abzieht. Der Gesamtertrag belief sich auf 94 Milliarden Kronen oder 1,3 Prozent, nach einem Verlust von 0,6 Prozent im ersten Quartal. Damit wurde die vom Finanzministerium vorgegebene Ertragsquote um 0,1 Prozentpunkte verfehlt. Das Aktienportfolio brachte 0,7 Prozent ein, während das Anleiheportfolio 2,5 Prozent gewann.

In Aktien hatte der Fonds zum Ende des Quartals 59,6 Prozent seines Anlagevolumens investiert, in Anleihen 37,4 Prozent und in Immobilien 3,1 Prozent. Laut Statut dürfen bis zu 60 Prozent in Aktien, 35 Prozent in Anleihen und fünf Prozent in Immobilien angelegt werden. 

Die Regierung hatte im zweiten Quartal insgesamt 24 Milliarden Kronen abgezogen, nach 21 Milliarden Kronen in den ersten drei Monaten des Jahres.

(Bloomberg)