Notenbank-Entscheid in Japan schiebt Fernostkurse an

Die neu ausgegebene Stossrichtung der Bank of Japan im Kampf gegen die hartnäckige Konjunkturflaute hat am Mittwoch die Aktienmärkte in Fernost angeschoben.
21.09.2016 08:36
Der Vulkan Fuji, höchster Berg Japans.
Der Vulkan Fuji, höchster Berg Japans.
Bild: pixabay.com

Die BoJ verzichtete auf eine Verschärfung des Strafzinses, setzte sich aber bei ihrem massiven Anleihekaufprogramm ein langfristiges Zinsziel. "Das war ganz klar eine Änderung der Rahmenbedingungen, was eine Überraschung war", sagte Chefökonom Yasutoshi Nagai von Daiwa Securtities.

Der Nikkei-Index drehte nach der Entscheidung ins Plus und schloss 1,9 Prozent höher bei 16.807 Punkten. Auch der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans baute nach der Ankündigung seine Gewinne aus und notierte 0,5 Prozent im Plus. In Shanghai legte die Börse ebenfalls leicht zu. Viele Anleger hielten sich hier aber noch mit Käufen zurück, weil sie die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Abend (MESZ) abwarten wollten. Die Mehrheit der Investoren rechnete zunächst nicht mit einem weiteren Zinsschritt in den USA.

In Japan hatte sich zuletzt die Sorge breitgemacht, dass das massive Anleihenkaufprogramm allmählich an seine Grenzen stosse. Weil die Konjunktur trotz der Geldschwemme immer noch nicht an Fahrt aufgenommen hat, war im Vorfeld des BoJ-Treffens über eine Verschärfung des Negativ-Zinssatzes auf bestimmte Bankeinlagen spekuliert worden. Anfang des Jahres hatte die Notenbank den Finanzinstituten auf ihre laufenden Konten bei ihr eine Gebühr von 0,1 Prozent aufgebrummt, um ihnen das Horten von Geld zu verleiden und die Kreditvergabe anzukurbeln.

Der Dollar stieg zum Yen auf 102,61 Yen. Der Euro tendierte etwas leichter bei 1,1130 Dollar.

(Reuters)