Notenbank - EZB fühlt sich missverstanden bei Draghi-Äusserungen

Nach Informationen aus Notenbank-Kreisen sieht sich die Europäische Zentralbank bei den jüngsten Äusserungen ihres Präsidenten Mario Draghi missverstanden.
28.06.2017 15:26
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, fühlt sich missverstanden.
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, fühlt sich missverstanden.
Bild: Bloomberg

Seine Aussagen von der Notenbankkonferenz in Sintra vom Dienstag seien als ausgewogenes Statement gedacht gewesen, das einerseits das solide Wachstum im Euroraum und andererseits die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Unterstützung herausheben sollte, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch mehrere mit der Sache vertraute Personen.

Draghis Bemerkungen vom Dienstag hatten für starken Auftrieb beim Euro und bei den Kapitalmarktzinsen gesorgt, weil sie als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden worden waren. Draghi hatte sich zuversichtlich für das Wachstum im Euroraum und - in geringerem Masse - für die Inflationsentwicklung gezeigt. Auf den Bloomberg-Bericht reagierte der Euro nun mit deutlichen Verlusten - zeitweilig fiel er unter die Marke von 1,13 US-Dollar. Auch die Renditen europäischer Staatsanleihen gaben spürbar nach, während Aktienkurse stiegen.

(AWP)