Notenbank - Kaum noch Spekulationen auf EZB-Zinserhöhung 2018

Am Geldmarkt wird immer weniger mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im nächsten Jahr gerechnet.
29.08.2017 15:23
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Pixabay

Anleger spekulieren inzwischen kaum mehr auf einen solchen Schritt, wie aus Terminkontrakten am Dienstag hervorging. Während vor einem Monat noch viele Investoren darauf wetteten, rechnen sie inzwischen kaum mehr mit einem solchen Schritt. Dies hängt vor allem mit dem jüngsten Auftritt von EZB-Chef Mario Draghi und dem kräftig gestiegenen Euro-Kurs zusammen. Die Euro-Wächter hatten zuletzt im Jahr 2011 einen ihrer Schlüsselsätze angehoben.

Am Dienstag signalisierten Terminkontrakte für die EZB-Zinssitzung im Juni 2018 einen Interbankenzins von minus 0,35 Prozent. Das liegt nur geringfügig über dem aktuellen Eonia-Satz von minus 0,36 Prozent. Geldmarktexperten zufolge bedeutet dies, dass Anleger die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung des EZB-Einlagensatzes bis Juni 2018 auf lediglich zehn Prozent einschätzen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes bis September 2018 wird mit 30 Prozent taxiert.

Draghi habe sich auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole bedeckt gehalten, sagte Martin Van Vliet vom Bankhaus ING. Zudem liege der Euro inzwischen bei 1,20 Dollar. "Deshalb haben sich die meisten Leute vom Gedanken einer Zinsanhebung bereits im nächsten Jahr verabschiedet." Draghi hatte in den USA keine neuen geldpolitischen Signale gegeben.

(Reuters)