Notenbank will nach Brexit-Votum Immofonds-Handel beruhigen

Die britische Notenbank denkt offenbar über neue Regeln für Immobilienfonds nach. Seit dem Brexit-Votum sind einige Fonds in Bedrängnis geraten, weil Anleger ihre Anteile schnell zurückgeben und zu Geld machen wollen.
10.07.2016 10:00
Hauptsitz der Bank of England an der Threadneedle Street in London.
Hauptsitz der Bank of England an der Threadneedle Street in London.
Bild: cash

Der "Sunday Telegraph" berichtete, die Bank of England erwäge, dass aussteigewillige Investoren die Fonds vorab mit einer Frist zwischen 30 und 180 Tagen informieren müssten. Zudem überlege die Notenbank, ob die Fonds ihr Vermögen vermehrt in Anlagen stecken müssten, die schnell wieder zu Geld zu machen seien, um Investoren im Zweifel schnell auszahlen zu können. Zu diesen Anlagen könnten Aktien oder Anleihen von Firmen mit Bezug zu Immobilien gehören, berichtete das Blatt ohne Nennung von Quellen. Die Notenbank wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Kapitalflucht nach dem Brexit-Votum hat mehrere offene Immobilienfonds in Großbritannien in Bedrängnis gebracht. Vier Fondsanbieter werteten zuletzt ihre Anteile kräftig ab, um die Rückgabe für Investoren unattraktiv zu machen. Insgesamt sind aktuell rund eine Handvoll britischer Immobilienfonds mit einem Volumen von 18 Milliarden Pfund vom Handel ausgesetzt.

Investoren waren nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union verstärkt bei solchen Fonds ausgestiegen, weil unklar ist, wie sich die Preise auf dem britischen Immobilienmarkt nun entwickeln werden. Das gilt vor allem für Büroflächen und Shopping-Center, deren Auslastung an der Konjunktur hängt. Droht einem Fonds ein finanzieller Engpass, kann er die Rücknahme von Anteilen vorübergehend ablehnen, um nicht zu Notverkäufen von Objekten gezwungen zu sein. 

(Reuters)