Notenbanker-Treffen - Yellen, Draghi und Co. geben sich Stelldichein in Jackson Hole

Top-Vertreter aus Finanzwelt und Geldpolitik treffen sich ab heute Donnerstag auf dem Notenbanken-Gipfel im amerikanischen Jackson Hole. Eine Vorschau.
24.08.2017 07:08
Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming ist Tagungsstätte der mächtigen Zentralbanker.
Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming ist Tagungsstätte der mächtigen Zentralbanker.
Bild: youtube

Das dreitägige Treffen am Fuße der Rocky Mountains wird dieses Jahr an den Kapitalmärkten mit besonders großer Aufmerksamkeit verfolgt, da in den USA und auch in der Euro-Zone wichtige Weichenstellungen anstehen.

Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, will nach eigenem Bekunden "relativ bald" mit dem Abbau der aufgeblähten Bilanz beginnen. Die Fed hat ihr Portfolio im Kampf gegen die Folgen der weltweiten Finanzkrise auf 4,5 Billionen Dollar ausgeweitet und will es nun in Zeiten von Vollbeschäftigung und brummender Konjunktur eindampfen. Experten hoffen bei Yellens am Freitag (16.00 Uhr MESZ) anstehender Rede zum Thema "Finanzstabilität" auf Hinweise, wann das Manöver beginnen und ob die Fed die Zinszügel 2017 nochmals straffen wird.

Dass EZB-Präsident Mario Draghi bei seinem Auftritt am selben Tag (21.00 Uhr MESZ) einen Fingerzeig zum Kurs der Europäischen Zentralbank geben wird, ist eher nicht zu erwarten. Laut EZB wird sich seine Rede um das Thema der Konferenz drehen - die Förderung einer dynamischen Weltwirtschaft. Laut Insidern will sich der Italiener an den Beschluss des EZB-Rats halten, die Diskussion über die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe erst im Herbst zu führen.

"Die Märkte können auch im September noch auf ein Abschmelzen der Käufe vorbereitet werden. Warum sollte Draghi also mehr Öl ins Feuer gießen?", so Ökonom Aaron Kohli vom US-Finanzhaus BMO Capital Markets. Das auf 2,28 Billionen Euro angelegte Programm soll die nach dem Geschmack der Währungshüter zu niedrige Inflation anheizen.

2014 nutzte Draghi das hochkarätig besetzte Forum im US-Bundesstaat Wyoming, um eine weitere Lockerung der Geldpolitik zu signalisieren. 

(Reuters)