NotPetya - Mondelez klagt gegen Zurich im Streit um Cyber-Attacke

Der Nahrungsmittelkonzern Mondelez wehrt sich dagegen, dass Zurich sich weigert, die Schäden einer Cyberattacke zu übernehmen. Der Rechtsstreit könnte zu einem Präzedenzfall werden.
10.01.2019 07:34
Zurich müsste Schäden in der Höhe von 100 Millionen Dollar übernehmen.
Zurich müsste Schäden in der Höhe von 100 Millionen Dollar übernehmen.
Bild: Bloomberg

Der US-Nahrungsmittelkonzern Mondelez, der unter anderem für Marken wie Oreo oder Cadbury bekannt ist, hat gegen den Versicherer Zurich in den USA eine Klage eingereicht. Wie die "Financial Times" am Donnerstag berichtet, wehrt sich Mondelez dagegen, dass die Zurich sich geweigert habe, für Schäden in Höhe von 100 Millionen US-Dollar im Zuge der NotPetya-Cyberattacke aus dem Jahr 2017 aufzukommen.

Es handle sich um den ersten grösseren Rechtsstreit, der aufzeigen könnte, wie Unternehmen für die aus Cyberattacken entstandenen Kosten von Versicherungen entschädigt werden könnten, schrieb die Zeitung. Auch Robert Stines, ein Cyber-Jurist der US-Kanzlei Freeborn, spricht in der "FT" von einem ziemlich grossen Fall. Er könnte Versicherungskonzerne in Cyber-Fragen zum Umdenken zwingen.

Im Sommer 2017 lähmte die NotPeya-Attacke die Computersysteme von Firmen auf der ganzen Welt. Nebst Mondelez waren etwa auch der US-Pharmakonzern Merck, die Haushaltspflegegruppe Reckitt Benckiser oder die weltweit grösste Reederei Maersk Zielscheibe der Angreifer. Die Attacke verursachte Schäden in Milliardenhöhe. Die USA und Grossbritannien vermuteten, dass Russland dafür verantwortlich gewesen sein könnte.

Laut den am Gericht im US-Bundesstaat Illinois eingereichten Unterlagen sind bei Mondelez rund 1'700 Server und 24'000 Laptops durch den Angriff dauerhaft beschädigt worden, so der Bericht weiter. Die Zurich habe zunächst erwägt, eine Zwischenzahlung in Höhe von 10 Millionen Dollar zu leisten, wies dann aber die Forderungen mit der Begründung, es habe sich um "eine feindliche oder kriegerische Handlung" gehandelt, zurück. Weder Mondelez noch die Zurich wollten sich gegenüber der "FT" zum Fall äussern.

(AWP)