Novartis-Aktie neigt zur Schwäche

Das Quartalsergebnis von Novartis übertrifft die wenig ambitionierten Erwartungen. Dennoch gibt die Aktie die anfänglichen Kursgewinne preis.
19.07.2016 11:25
Von Lorenz Burkhalter
Das Quartalsergebnis von Novartis fällt nicht ganz so schwach wie erwartet aus.
Das Quartalsergebnis von Novartis fällt nicht ganz so schwach wie erwartet aus.
Bild: Bloomberg

Von wegen schwieriges zweites Quartal: Allen Unkenrufen zum Trotz übertrifft der Basler Gesundheitskonzern Novartis nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim operativen Gewinn (EBIT) sowie beim Reingewinn die jeweiligen Konsensschätzungen teilweise deutlich.

Möglich machen das die starke Nachfrage nach innovativen Medikamenten wie Gilenya oder Cosentyx, aber auch erste Fortschritte bei der auf Augenpräparate spezialisierten amerikanischen Tochter Alcon.

Nicht sonderlich gut kommt die vorsichtigere Formulierung der diesjährigen Gewinnprognose an. Für diese wird die Novartis-Aktie an der Schweizer Börse SIX um 0,9 Prozent auf 79,70 Franken abgestraft. Im frühen Handel wurden zeitweise noch Kurse um 80,80 Franken bezahlt.

Investitionen in Entresto drücken auf den Gewinn

In einem Kommentar aus dem Hause Jefferies wird der Zahlenkranz als solide bezeichnet. Beim Nettoumsatz seien die Erwartungen um 2 Prozent, beim Gewinn je Aktie sogar um 3 Prozent übertroffen worden. Sichtlich Gefallen findet der Verfasser des Kommentars am starken Absatz mit den Schlüsselpräparaten Gilenya, Gleevec und Cosentyx.

Die nach unten angepassten Aussagen zur diesjährigen Gewinnentwicklung führt der Analyst auf Vorabinvestitionen in noch nicht lange am Markt erhältliche Medikamente wie Entresto und Cosentyx zurück. Dass diese im zweiten Quartal deutlich stärker als erhofft zum Umsatz beigetragen haben, erachtet er als ermutigend. Die Aktie von Novartis wird bei Jefferies weiterhin mit einem Kursziel von 105 Franken zum Kauf empfohlen.

Bessere zweite Jahreshälfte erwartet

Bei der Zürcher Kantonalbank ist zumindest von einer "ansprechenden Leistung" im zweiten Quartal die Rede. So seien nicht nur die Konsensschätzungen, sondern auch die bankeigenen Erwartungen teils markant geschlagen worden, so der Verfasser. Besonders gut am Markt dürfte dem Experten zufolge das operative Geschäft ankommen. Er fasst auch das aktuelle Gesamtergebnis als positiv auf und stuft die Aktie weiterhin mit "Übergewichten" ein.

Auch der Berufskollege der Bank Vontobel bezeichnet den Zahlenkranz als solide. Neben weniger schlimmen Währungsauswirkungen habe auch eine geringere Erosion bei Gleevec geholfen, die Erwartungen zu übertreffen. Dem Experten zufolge könnte das Schlüsselmedikament Cosentyx noch in diesem Jahr die Umsatzmilliarde knacken. Nicht zuletzt auch in Erwartung anziehender Verkäufe bei Entresto rechnet man bei Novartis mit einer besseren zweiten Jahreshälfte. Die Aktie wird allerdings weiterhin nur mit "Hold" und einem Kursziel von 75 Franken eingestuft.