Novartis am unteren Ende der Prognosen

Novartis wird im dritten Quartal von der Augenheilsparte Alcon und dem starken Dollar gebremst. An der Börse sinkt der Kurs des SMI-Schwergewichts.
27.10.2015 09:40
Novartis macht den Anlegern keine Freude.
Novartis macht den Anlegern keine Freude.
Bild: Bloomberg

Der Pharmakonzern Novartis hat im dritten Quartal einen Umsatz in Höhe von 12,3 Mrd USD erzielt, ein Minus von 6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Zuwachs von 6%. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern am Dienstagmorgen.

Dabei schnitten die drei Sparten Pharma, Sandoz und Alcon erneut sehr unterschiedlich ab. Während die Pharmasparte und Sandoz laut Novartis stark abschnitten, bleibt die Entwicklung der Augensparte Alcon weiter schwach. Im Pharmageschäft meldet Novartis einen Umsatz in Höhe von 7,59 Mrd USD (-4%; +7% zu kWk). Bei der Generika-Tochter Sandoz stehen 2,33 Mrd USD zu Buche (-3%; +9% zu kWk).

An der Börse kommt das alles nicht gut an: Die Novartis-Aktie sinkt um 2,26 Prozent im Minus. Der SMI fällt dabei um 0,89 Prozent zurück.

Augenheilsparte unter Druck

Alcon wiederum leidet weiter unter dem Konkurrenzdruck. Mit 2,35 Mrd USD liegt der Umsatz um 12% unter dem Vorjahreswert. Zu konstanten Wechselkursen sind es 2% weniger. Ein Plan zur Wachstumsbeschleunigung bei Alcon werde derzeit entwickelt und werde sich in der Prognose für 2016 widerspiegeln, die mit den Jahresergebnissen 2015 herausgegeben wird, kündigt der Konzern in seiner Mitteilung an.

Das operative Kern-Ergebnis wird mit 3,49 Mrd (-3%; +14% zu kWk) ausgewiesen. Der Kern-Reingewinn erreichte 3,06 Mrd (-2%, +13% zu kWk) oder 1,27 USD je Aktie (-1%; +14% zu kWk).

Die durchschnittlichen Analystenerwartungen hat Novartis mit diese Zahlen zum Teil erfüllt und teilweise verfehlt. Im Schnitt haben die Experten gemäss AWP-Konsens einen Gruppenumsatz von 12,64 Mrd USD erwartet. Dabei trauten sie dem Pharmageschäft 7,82 Mrd USD zu. Die Prognosen für den Kern-EBIT lauteten auf 3,54 Mrd. Der Kern-Gewinn je Aktie wurde bei 1,30 USD erwartet.

Ausblick bestätigt

"Novartis hat im dritten Quartal weitere grosse Fortschritte mit Innovationen und entscheidenden Markteinführungen erzielt. Die Divisionen Pharmaceuticals und Sandoz entwickeln sich weiterhin ausserordentlich gut und machen das schwächere Ergebnis der Division Alcon wett," wird CEO Joseph Jimenez in der Mitteilung zitiert.

Den zuletzt im Juli angepassten Ausblick bestätigt das Management. Demnach soll der Konzernumsatz zu konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Das operative Kernergebnis soll stärker zulegen als der Umsatz und zwar im hohen einstelligen Prozentbereich. In punkto Wechselkurseinflüsse rechnet Novartis mit einem negativen Währungseffekt von 9% auf den Umsatz bzw. 13-14% auf das operative Kernergebnis im Gesamtjahr.

(AWP)