Novartis legt den Roche-Ausstieg auf Eis

Eigentlich wäre bei Novartis alles bereit, um sich von der grossen Roche-Beteiligung zu trennen. Doch zuerst muss für das viele Geld eine sinnvolle Lösung gefunden wurde. Auch die Dividende soll noch kassiert werden.
24.10.2016 03:14
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Bild: Bloomberg

Die "SonntagsZeitung" geht in einem längeren Artikel auf die Gründe ein, wieso Novartis sein grosses Aktienpaket an Roche (rund 1/3 der Inhaberaktien, Börsenwert 12,5 Mrd CHF) - entgegen der vor einigen Monaten bestätigen Absicht - noch nicht verkauft hat.

Laut dem Blatt wäre für die Transaktion nämlich "alles parat" und Novartis müsste nur den Knopf drücken, um den Verkaufsprozess in Gang zu setzen. Im Moment sei der Exit allerdings "auf Eis gelegt", weiss das Blatt. Der Pharmagigant gebe das "Go for it" erst, wenn er das Geld aus dem Aktienverkauf strategisch sinnvoll reinvestieren könne. Der Verwaltungsrat wolle damit verhindern, dass das Geld verpufft.

Für eine nachhaltige Lösung braucht es demnach einen parallelen Deal: Verkauf der Roche-Aktien, Kauf eines operativen Geschäfts, schreibt die Zeitung weiter. Sollte der Konzern hingegen das Dutzend Milliarden Franken aus dem Verkauf der Roche-Papiere auf der hohen Kante liegen lassen, würden Begehrlichkeiten aufkommen, die Novartis nur schwer abwehren könnte.

Die Aktionäre würden dann auf eine Sonderdividende pochen und ein Aktienrückkaufprogramm verlangen, zudem würden Negativzinsen fällig. Ursprünglich hätte der Verkauf des Roche-Paketes noch dieses Jahr abgewickelt werden sollen, schreibt die Zeitung weiter. Aber selbst wenn in den kommenden Monaten am Horizont ein Übernahmeprojekt auftauchen sollte, dürfte der Verkauf erst nach der Roche-GV im März 2017 besiegelt werden, da Novartis die Dividendenzahlung einstreichen wolle. Quellen für die obigen News nennt die Zeitung keine, Novartis liess eine Anfrage von AWP bis zum Berichtszeitpunkt unbeantwortet.

(cash/AWP)