Novartis verpasst die Erwartungen

Der Pharmakonzern Novartis hat ein nicht ganz einfaches Jahr hinter sich. Mit den Konzernzahlen hat Novartis die Markterwartungen knapp verfehlt. Die Aktionäre sollen in den Genuss einer höheren Dividende kommen.
27.01.2016 07:37
Die Novartis-Aktie hat im laufenden Jahr 3,7 Prozent verloren.
Die Novartis-Aktie hat im laufenden Jahr 3,7 Prozent verloren.
Bild: Bloomberg

Insbesondere Patentabläufe sowie der erstarkte US-Dollar belasteten die Konzernrechnung. Der Umsatz verminderte sich so in der Berichtsperiode 2015 um 5% auf 49,4 Mrd USD, das operative Kernergebnis nahm ebenfalls um 5% auf 13,8 Mrd ab. Zu konstanten Wechselkursen gerechnet resultierte dagegen ein Umsatzplus von 5% sowie eine Zunahme des operativen Kernergebnisses um 10%. Damit hat der Pharmakonzern die eigene Guidance bezüglich Umsatzzunahme geschafft und auf Gewinnebene gar übertroffen.

Der Reingewinn von Novartis erreichte, begünstigt durch ausserordentliche Veräusserungsgewinne, 17,8 Mrd USD nach 10,3 Mrd im Vorjahr. Die Aktionäre sollen mit einer Dividende von 2,70 CHF am Geschäftserfolg beteiligt werden, schreibt die Gruppe am Mittwoch in einer Mitteilung. Für 2014 wurden 2,60 CHF ausgeschüttet.

"Im Jahr 2015 haben wir unsere Portfolioumgestaltung abgeschlossen, solide Finanzergebnisse erzielt und unsere Kerngewinnmarge trotz sehr starker Währungseffekte verbessert", wird CEO Joseph Jimenez zitiert.

Erwartungen werden nicht erfüllt

Mit den Konzernzahlen hat Novartis die Markterwartungen knapp verfehlt. Analysten haben im Schnitt (AWP-Konsens) einen Konzernjahresumsatz von 50,0 Mrd USD und ein operatives Kernergebnis von 13,89 Mrd prognostiziert.

In der zentralen Division Pharma verminderte sich der Umsatz um 4% auf 30,4 Mrd USD (+6% zu konstanten Wechselkursen kWk) und liegt damit knapp unter den durchschnittlichen Markterwartungen von 30,48 Mrd. Volumensteigerungen von 13 Prozentpunkten hätten die Einbussen infolge von Generikakonkurrenz (-7 Prozentpunkte) mehr als wett gemacht. Gut gelaufen seien nicht zuletzt die Wachstumsprodukte. Das operative Kernergebnis von Pharma nahm um 1% auf 9,4 Mrd ab.

In der mit Problemen kämpfenden Augenheilsparte Alcon nahmen die Verkäufe um 9% (-1% zu kWk) auf 9,8 Mrd ab, das operative Kernergebnis gab gar um 20% auf 3,1 Mrd nach. Novartis will hier mit Fokussierung auf die Kerngeschäfte Surgical und Vision Care sowie der Umsetzung eines Wachstumsplans Gegensteuer geben.

Für 2016 erwartet Novartis einen Nettoumsatz und ein operatives Kernergebnis zu konstanten Wechselkursen "weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres". Dabei würden die Einbussen durch Generikakonkurrenz wettgemacht. Die Einbussen durch Generikakonkurrenz dürften sich im kommenden Jahr laut den Schätzungen auf 3,2 Mrd USD belaufen gegenüber 2,2 Mrd USD im Jahr 2015.

Ohne den Einfluss von Generikakonkurrenz für Glivec rechnet Novartis auf Konzernebene mit einer Steigerung des Nettoumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (kWk) und einer Steigerung des operativen Kernergebnisses im mittleren Zehnprozentbereich (kWk).

Für die Pharmaceuticals-Sparte erwartet Novartis den Nettoumsatz weitgehend auf dem Niveau von 2015 bis zu einem geringfügigen Rückgang. Unter Ausschluss der Auswirkungen von Generikakonkurrenz für Glivec soll es zu einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich kommen. Für Alcon erwartet Novartis einen Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich und auch für Sandoz soll der Nettoumsatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Sollten sich die Wechselkurse im restlichen Jahresverlauf auf dem Niveau von Anfang Januar halten, rechnet das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr mit einem negativen Währungseffekt von 3% auf den Umsatz bzw. 5% auf das operative Kernergebnis im Gesamtjahr.

Der Generalversammlung wird ein neues, siebtes Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 10 Mrd CHF zur Genehmigung vorgeschlagen.

(AWP)