Novartis zieht den SMI runter

Der Schweizer Aktienmarkt ist deutlich tiefer in die Dienstagssitzung gegangen, belastet von den Abgaben in den grosskapitalisierten Novartis-Aktien.
27.10.2015 09:17
Novartis-CEO Joe Jimenez: Die Aktiue seiner Firma belastret den SMI.
Novartis-CEO Joe Jimenez: Die Aktiue seiner Firma belastret den SMI.
Bild: cash

Der Swiss Market Index sinkt im frühen Handel am Dienstag um 1 Prozent. Am Montag hatten die Dividendenpapiere mehr oder weniger an Ort getreten. Vor Bekanntgabe der US-Zinsentscheidung am Mittwoch würden sich die Investoren an der Seitenlinie halten, heisst es dazu im Handel.

In der Schweiz stehen nach Zahlen die Blue Chips Novartis und Geberit im Fokus, die beide nicht zu überzeugen vermochten. Im Tagesverlauf treffen dann Ergebnisse von Unternehmen aus den USA ein, ausserdem stehen zahlreiche US-Konjunkturdaten auf dem Programm. Sämtliche US-Konjunkturzahlen werden derzeit daraufhin geprüft, ob sie eher für oder eher gegen eine baldige Zinserhöhung sprechen.

Novartis büssen nach Quartalszahlen 2,7% ein. Der Pharmakonzern schrieb im dritten Jahresviertel 42% weniger Gewinn, dies u.a. wegen einer Rückstellung für einen rechtlichen Vergleich und Rechtskosten. Ferner hatte der Konzern im Vorjahr einen ausserordentlichen Gewinn aus Anteilsverkäufen erzielt. Operativ machte Novartis die schwächelnde Augenmedikamente-Sparte weiterhin zu schaffen.

Geberit werden 2,6% tiefer gehandelt. Der Sanitärtechniker hat die Gewinnerwartungen der Analysten klar verfehlt, der Kauf der skandinavischen Sanitec wirkte sich verwässernd aus. Diese wird gemäss den Geberit-Projektionen nicht so stark wachsen, wie seinerzeit bei der Akquisition versprochen. Die neuen Mittelfristziele werden als "ambitioniert" bezeichnet.

Transocean sacken um 3% ab. Dem jüngsten Flottenbericht zufolge hat der Ölbohrservice-Dienstleister im vergangenen Monat neue Aufträge im Wert von lediglich 28 Mio USD dazugewonnen. Am Vortag bereits hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Auslieferung zweier Bohrschiffe an den Energiekonzern Shell mit zwölfmonatiger Verspätung erfolgen werde.

Clariant liegen mit 1,2% im Minus und zeigen sich damit beeindruckt von der Gewinnwarnung des deutschen Branchenprimus BASF. Der weltgrösste Chemiekonzern hatte am Morgen wegen der abgekühlten Konjunktur und dem Ölpreisverfall seine Jahresziele reduziert. Clariant wird am Donnerstag zum dritten Quartal 2015 Bericht ablegen.

Viel gibt es aus dem breiter gefassten Markt zu berichten. So haben etwa die Industriekonzerne Bucher (-2%), Feintool (-0,8%) Huber + Suhner (unverändert) sowie OC Oerlikon (-3%) mit Zahlen aufgewartet, darüber hinaus der IT-Logistiker Also (-0,6%)

(AWP/cash)