Nullzins setzt Banken immer mehr unter Druck

Der Nullzins in der Euro-Zone birgt nach Ansicht der Wirtschaftsweisen grössere Risiken für die Geldhäuser.
23.03.2016 20:02
Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt.
Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt.
Bild: Wikipedia

"Mittelfristig stellt vor allem die Niedrigzinsphase im Euro-Raum das Geschäftsmodell der Banken grundsätzlich infrage", heisst es in dem am Mittwoch aktualisierten Konjunkturausblick der Forscher. Auch Kreditrisiken aus dem Ölgeschäft lasteten auf den Instituten. Die Experten sprechen von einer "zunehmenden Aushöhlung des Geschäftsmodells der Banken". Diese dürfte demnach zu den deutlichen Aktienkursverlusten der Finanzinstitute im Februar beigetragen haben. "Es handelte sich vermutlich nicht um reine Übertreibungen."

Längere Tiefzinsphase

Die Forscher gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase im Euro-Raum noch länger andauern wird und die Banken damit unter Druck bleiben werden. Hinzu kämen die Kosten der schärferen Regulierung nach der Finanzkrise, die die Institute schultern müssten. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte daher jüngst angeregt, dass Geldhäuser abhängig vom Einzelfall über Fusionen nachdenken sollten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins jüngst auf null gesetzt und zudem die Strafgebühr für Banken auf minus 0,4 Prozent verschärft. Sie will damit dafür sorgen, dass die Finanzinstitute weniger Geld bei ihr horten und stattdessen mehr Kredite vergeben.

(Reuters)