OECD - Weltwirtschaft hat die Wachstumsspitze hinter sich

Die Weltwirtschaft dürfte den Höhepunkt des aktuellen Konjunkturaufschwungs hinter sich haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
20.09.2018 11:05
Die Zahnräder der Weltwirtwschaft laufen nicht mehr so schnell wie noch vor kurzem.
Die Zahnräder der Weltwirtwschaft laufen nicht mehr so schnell wie noch vor kurzem.
Bild: ZVG

Das Wachstum stehe nicht mehr auf so breitem Fundament wie noch vor wenigen Monaten. Risiken sieht die OECD vor allem in dem zunehmenden Handelsprotektionismus und Turbulenzen in zahlreichen grossen Schwellenländern.

Die Organisation senkte ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in diesem und im kommenden Jahr um 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte. Sie rechnet jetzt mit jeweils 3,7 Prozent Wachstum. Besonders stark verringert wurden die Prognosen für Argentinien und die Türkei. Die Wirtschaft Argentiniens dürfte demnach in diesem Jahr schrumpfen, die Wirtschaft der Türkei im kommenden Jahr kaum noch wachsen. Beide Länder leiden unter einer Währungskrise.

Als Folge des zunehmenden Protektionismus sei der Welthandel im ersten Halbjahr spürbar schwächer ausgefallen als im vergangenen Jahr, urteilt die OECD. So sei das Wachstum des Welthandels von 5 auf 3 Prozent zurückgegangen. "Kürzlich eingeführte restriktive handelspolitische Massnahmen haben bereits zu deutlichen Veränderungen der Handelsströme und der Preise in den betroffenen Sektoren geführt." Zudem seien das Vertrauen und die Investitionspläne von Unternehmen getroffen worden. "Ein weiterer Anstieg der Handelsspannungen hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die globalen Investitionen, Arbeitsplätze und den Lebensstandard", warnt die OECD.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Organisation den Spannungen in vielen Schwellenländern. Steigende Zinsen in den USA, der aufwertende US-Dollar und eine geringere Risikoneigung hätten die Währungen vieler aufstrebender Staaten unter Druck gesetzt. Länder mit hohen Handelsdefiziten oder hohen Auslandsschulden wie Argentinien oder die Türkei seien besonders betroffen. Zwar seien viele Schwellenländer heute besser aufgestellt als zu Zeiten der Schwellenländerkrise um die Jahrtausendwende herum. Risiken sieht die OECD aber dennoch in einer grösseren Anlegerskepsis, einer raschen Zinswende in den Industrieländern und dem um sich greifenden Protektionismus.

(AWP)