Ölkonzern - Total will Iran-Grossprojekt ohne Befreiung von US-Sanktionen aufgeben

Der französische Ölkonzern Total will sich aus einem Milliardendeal mit dem Iran zurückziehen, wenn er von den USA keine Befreiung von den angekündigten Sanktionen bekommt.
17.05.2018 07:02
Blick auf das Pariser Geschäfts- und Bankenviertel La Défense.
Blick auf das Pariser Geschäfts- und Bankenviertel La Défense.
Bild: Pixabay

Total werde dann nicht in der Lage sein, das Projekt zur Weiterentwicklung des Erdgasfeldes South Pars im Persischen Golf fortzuführen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an. Es müsse dann alle Geschäfte vor dem 4. November abwickeln. An dem Vorhaben ist auch der chinesische Ölkonzern Petrochina beteiligt.

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Die ausgesetzten US-Wirtschaftssanktionen gegen das Land sollen in Kürze wieder in Kraft treten, davon können auch nicht-amerikanische Unternehmen betroffen sein.

Der französische Konzern argumentierte, er könne sich nicht erlauben, Sekundärsanktionen ausgesetzt zu sein. Total nannte als mögliche Probleme den Verlust der Finanzierung seiner weltweiten Geschäfte in US-Dollar durch amerikanische Banken, den Verlust seiner US-Anteilseigner oder die Unfähigkeit, seine US-Geschäfte fortzuführen.

Der im Juli des vergangenen Jahres unterzeichnete Vertrag war das erste grössere Energieabkommen des Irans mit einem westlichen Konzern nach dem Atomabkommen von 2015. Laut Total sah die erste Phase Kosten von zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro) vor. Teheran hatte das Geschäft damals insgesamt auf rund fünf Milliarden Dollar beziffert.

(AWP)