Österreichischer Chiphersteller - AMS rutscht im ersten Quartal in die roten Zahlen

Für das zweite Quartal wird ein erneuter Umsatzanstieg erwartet, die Profitabilität wird jedoch unter Druck bleiben.
24.04.2017 20:50
Halbleiterherstellung bei AMS.
Halbleiterherstellung bei AMS.
Bild: ZVG

Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,8% auf 149,3 Millionen Euro. AMS selber hatte Anfang Februar Erlöse im Wert zwischen 141 bis 148 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für das zweite Quartal wird ein erneuter Umsatzanstieg erwartet, die Profitabilität wird jedoch unter Druck bleiben.

Der Bruttogewinn schrumpfte um ein Fünftel auf 59,3 Millionen Euro zusammen, womit die entsprechende Marge bei 40% zu liegen kam nach 54% im ersten Jahresviertel 2016. Den Rückgang führt das Unternehmen in einer Mitteilung vom Montagabend auf die Unterauslastung des Produktionsstandorts in Singapur zurückführt.

Verlust grösser als erwartet

Bei den Gewinnzahlen ist das in der Schweiz kotierte österreichische Unternehmen unter anderem aufgrund höherer Forschungs- und Entwicklungskosten in die roten Zahlen gerutscht. Auf Stufe EBIT resultiert ein Verlust von 13,8 Millionen Euro und auf Stufe Reingewinn von 16,2 Millionen, dies nach einem Gewinn von 19,7 Millionen bzw. von 13,6 Millionen im Startquartal 2016. Damit wurden die Prognosen der Analysten im AWP-Konsens beim Umsatz übertroffen, bei den Gewinnzahlen hingegen verfehlt.

AMS weist das operative Ergebnis allerdings auch in um akquisitionsbedingten Aufwand bereinigten Zahlen aus: In dieser Rechnung resultiert ein EBIT-Gewinn von 4,1 Millionen Euro und eine entsprechende Marge von 2,7%. Damit wurden die Analystenerwartungen von 0,4 Millionen übertroffen. Im Oktober letzten Jahres hatte AMS die Übernahme der Optik-Sensorfirma Heptagon bekanntgegeben.

Cashflow und Auftragsbestand höher

Der operative Cashflow betrug 26,1 Millionen Euro gegenüber 7,5 Millionen im Vorjahresquartal. Der Gesamtauftragsbestand wird auf 195,6 Millionen Euro am Bilanzstichtag beziffert nach 136,1 Millionen am Ende des vierten Quartals 2016.

Das Unternehmen schreibt von einem "sehr guten" Start ins Geschäftsjahr 2017 mit einer "soliden Nachfrage in der Mehrzahl der Endmärkte". Das Consumer-&-Communications-Geschäft habe "attraktive" Ergebnisse erzielt und das Industrie-, Medizintechnik- und Automotive-Geschäft habe sich "ebenfalls erfreulich" entwickelt.

Weiterer Umsatzanstieg erwartet

Für das zweite Quartal 2017 rechnet AMS mit einem Umsatz im Bereich von 174 bis 181 Millionen Euro (Vorjahresquartal 132,4 Millionen) und mit einer bereinigten operativen Marge im Bereich der Gewinnschwelle.

Die Vorbereitungen für Produkthochläufe im zweiten Halbjahr 2017 verlaufen den Angaben zufolge vollständig nach Plan, zugleich würden erhöhte Kundenprognosen und eine höhere Umsatzpipeline zu einer Anhebung der Investitionen in 2017 auf rund 400 bis 450 Millionen Euro führen.

Das mittelfristige Umsatzwachstumsziel sei derzeit in Überarbeitung nach oben. Bislang galt ein jährliches Umsatzwachstum von 30% als Zielvorgabe.

(AWP)