Ölpreis gibt dem SMI Schub

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit festeren Notierungen in den Handel gestartet und erholt sich von den Kursverlusten des Vortages.
11.03.2016 10:24
Benzin für die Märkte: Der Ölpreis steigt.
Benzin für die Märkte: Der Ölpreis steigt.
Bild: Bloomberg

Am Donnerstag hatten die EZB-Entscheidungen und die Kommentare von EZB-Chef Mario Draghi zu heftigen Schwankungen an den Finanzmärkten geführte und den Leitindex SMI den Handel mit deutlichen Abgaben beenden lassen. Der Fokus der Anleger liege nun auf der Einordnung der gestrigen EZB-Beschlüsse, so ein Händler. Die steigenden Ölnotierungen bieten den Aktien derweil eine willkommene Stütze.

"EZB-Präsident Mario Draghi hat mit seiner 'Bazooka' das Ziel verfehlt", glaubt ein Analyst. Während des Auftritts von Draghi sei bei den Anlegern die Sorge aufgekommen, dass die Währungshüter ihr Pulver verschossen haben könnten. Draghi selbst habe zugeben müssen, dass das weitere Lockerungspotenzial nun begrenzt sei. Einen starken Einfluss auf die Aktienmärkte behalten Händlern zufolge die volatilen Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent (Mai-Kontrakt) kletterte nach dem Rückgang vom Donnerstag zurück über die Marke von 40 US-Dollar. Zudem warten die Anleger noch auf Importpreisdaten aus den USA, die am Nachmittag zur Publikation anstehen.

SMI peilt 8000 Punkte an

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,89% höher bei 7'963,70 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt aktuell um 0,94% auf 1'225,44 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,77% auf 8'418,38 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen bis auf Swatch alle im Plus.

Am Tag nach dem EZB-Entscheid gehören Finanztitel zu den grössten Gewinnern. Gesucht werden dabei auch Credit Suisse (+2,0%) und UBS (+1,6%), nachdem sie am Vortag deutliche Einbussen verzeichnet hatten. Die Deutsche Bank hat die Kursziele für beide gesenkt, hält aber jeweils an der "Hold"-Einschätzung fest. Bei der CS kritisiert der zuständige Analyst die noch immer starke Abhängigkeit von den Kapitalmärkten und der APAC-Region. Auch die UBS habe an denselben Fronten mit Gegenwind zu kämpfen, so die Studie. Für deren Aktien spreche aber die attraktive Dividendenrendite.

Auf dem Kaufzettel der Anleger stehen auch Versicherungsaktien wie jene der Swiss Life (+1,9%), der Zurich Insurance Group (+1,6%) oder der Bâloise (+1,4%). Gesucht werden aber auch Zykliker: Geberit gewinnen 1,3%, LafargeHolcim 1,2%.

Auch die Aktien von Sonova steigen um 1,2%. Der Hörgeräte-Hersteller dürfte dabei von einer Sektorstudie der Bank Bernstein profitieren. Deren Analysten gehen davon aus, dass der US-Hörgerätemarkt in den Monaten Januar und Februar stark gewachsen ist und Sonova im Rahmen des Us-Veteranen-Programms Marktanteile dazugewinnen konnte.

Transocean profitiert

Einmal mehr gehen die stärksten Avancen im SMI/SLI mit dem steigenden Ölpreis auf das Konto der volatilen Transocean-Papiere (+2,6%). Im Mittelfeld bewegen sich die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,9%) und Novartis (+1,1%). Einen leicht positiven Einfluss dürfte die Meldung der Novartis-Partnerin Genmab haben, die in den USA eine Indikationserweiterung für das Leukämie-Medikament Arzerra (Ofatumumab) gestellt hat. Derweil muss Nestlé (Aktie: +0,5%) in den USA und in Kanada eine limitierte Zahl an Pizza- und Pastaprodukten zurückrufen.

Die einzigen Verlierer bei den Blue Chips sind Swatch (-1,7%). An der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag hatte sich Konzernchef Nick Hayek zu den Aussichten weiterhin optimistisch geäussert. Die Spezialisten der US-Bank Bernstein befürchten dagegen, dass die Wachstumserwartungen für 2016 zu optimistisch sein könnten.

Während es von Seiten der Blue Chips zum Wochenschluss wenig börsenrelevante News gibt, ist das im breiten Markt anders. Dort haben diverse Unternehmen über das Jahr 2015 berichtet. Starken Auftrieb erhalten die Papiere des Flughafen Zürichs (+5,8%). Die Flughabenbetreiberin habe "starke" Zahlen geliefert, bezahle eine hohe Dividende und zeige sich auch im Ausblick zuversichtlich, meinen Analysten.

Weiter haben Mobilezone (+1,4%), der Peptid-Hersteller Bachem (+0,4%), der Finanzbroker CFT (+1,6%) oder das Immobilienunternehmen Zug Estates (+0,5%) Geschäftszahlen vorgelegt. Zudem gewann Implenia (+1,4%) mehrere Aufträge in der Westschweiz und Sulzer (+0,5%) schliesst die Produktion in Oberwinterthur. Auf der Verliererseite geben (ohne News) Von Roll um 3,3% und Valartis um 3,1% nach.

(AWP)