Ölpreis schiebt Schweizer Börse an

Besser als erwartete Wachstumszahlen aus den USA und ein höherer Ölpreis haben am Freitag die Schweizer Börse angeschoben.
26.02.2016 17:35
Nicht nur Transoecean profitiert vom steigenden Ölpreis, die gesamte Schweizer Börse ziehts am Freitag nach oben.
Nicht nur Transoecean profitiert vom steigenden Ölpreis, die gesamte Schweizer Börse ziehts am Freitag nach oben.
Bild: ZVG

Die Zahlen machten den Anlegern Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft, sagen Händler. Zusätzlich für Rückenwind sorgten gute Firmenabschlüsse und das Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), von dem ein Konjunkturprogramm erwartet wird.

Der SMI steigt bis Handelsschluss um 1,1 Prozent auf 7877 Punkte. Damit notiert der Leitindex wenig höher wie vor einer Woche. Die weitere Entwicklung dürfte massgeblich vom Ölpreis abhängen. "Wir sind zu Ölhändlern mutiert", sagt ein Händler. Die Märkte seien wegen des Ölpreises gefallen und nun machten sie eine technische Gegenbewegung. Dabei sei gefragt, was vorher abverkauft worden sei.

Die Erholung könnte noch anhalten. Kurzfristig seien die charttechnischen Aussichten positiv, heisst es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Im Bereich von 8000 Punkten sei eine wichtige Widerstandszone, sagt ein Händler. "Sollte es dem SMI gelingen, darüber hinaus zu steigen, würde dies den Weg frei für weitere Kursgewinne machen."

Gespanntes Warten aus EZB-Zinsentscheid

Kommende Woche dürften Konjunkturzahlen den Handel stark beeinflussen. Dabei sind die Augen vor allem auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gerichtet. Einen Tag vorher wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsentscheid veröffentlichen. Zahlreiche Analysten rechnen mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik.

Bis auf die Aktien von Swiss Re notieren sämtliche Standardwerte fester. Die Anteile des Rückversicherers sinken um 0,2 Prozent. Die Aktien haben seit der Bilanz am Dienstag Terrain eingebüsst. Zudem hat Morgan Stanley das Kursziel gesenkt. Andere Versicherer dagegen legen kursmässig zu. Swiss Life steigen um 2,5 Prozent. Der Lebensversicherer veröffentlicht am Dienstag den Jahresabschluss.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse legen 3,4 zu, die von Rivalin UBS steigen um 2,1 Prozent. Die Aktien von EFG International schnellen 6,3 Prozent hoch. Die Privatbank hatte nach der angekündigten Übernahme der Tessiner Bank BSI stark an Wert verloren.

Kursrakte für Transocean

Den stärksten Kursanstieg unter den Bluechips verzeichnet Transocean. Der höhere Ölpreis verhilft den Aktien des Bohrinsel-Betreibers zu einem Plus von 12,7 Prozent.

Dahinter folgen mit 4,9 Prozent Anstieg die arg gebeutelten Anteile von Lafarge-Holcim. Die Aktien des Pharmazulieferers Lonza, des Elektrotechnikkonzerns ABB und der Chemiefirma Clariant gewinnen zwischen 1,5 und 2 Prozent an Wert. Gefragt waren auch die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die 2 und 2,8 Prozent gewinnen.

Die Aktien von Sika büssen anfängliche Gewinne wieder ein und rutschen 0,7 Prozent ins Minus. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem Jahresabschluss. Zudem sei Sika in den vergangenen Monaten gut gelaufen. Der Bauchemiekonzern hat trotz des Übernahmestreits mit Saint-Gobain den Gewinn 2015 um 5,4 Prozent auf den Rekordwert von 465,1 Millionen Franken gesteigert und erhöht die Dividende um 8,3 Prozent auf 78 Franken je Aktie. Sika lehnt eine Übernahme durch die Franzosen weiterhin ab. Saint-Gobain will dennoch an seinen Übernahmeplänen für Sika festhalten.

Die Index-Schwergewichte Nestlé und Roche werden höher bewertet. Die Aktien von Novartis steigen um 0,6 Prozent und machen damit die Dividendenzahlung vom Vortag praktisch wett.

(Reuters)