Ölpreis stürzt Wall Street ins Tal der Tränen

Ein deutlicher Ölpreisrückgang hat die US-Börsen am Dienstag stark belastet.
13.09.2016 22:50
Kräftiger Rücksetzer: Der fallende Ölpreis hat die Händler an der Wall Street am Dienstag auf dem falschen Fuss erwischt.
Kräftiger Rücksetzer: Der fallende Ölpreis hat die Händler an der Wall Street am Dienstag auf dem falschen Fuss erwischt.
Bild: Bloomberg

Die Internationale Energiebehörde (IEA) hatte erklärt, das Überangebot des Rohstoffs auf den Weltmärkten werde sich bis weit ins nächste Jahr hinziehen, da die Nachfrage eher schwach bleiben werde. Die Nachricht kam überraschend, hatte die Agentur doch vor wenigen Wochen noch ein Ende des Überangebots noch 2016 vorausgesagt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent tiefer auf 18'066 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verringerte sich um 1,5 Prozent auf 2127 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent auf 5155 Zähler.

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich nach der IEA-Mitteilung um knapp 2 Prozent auf 47,39 Dollar je Fass (159 Liter). Das belastete Aktien von Ölkonzernen. So verloren die Papiere des Weltmarktführers Exxon 2,4 Prozent und Chevron 2,8 Prozent. Der US-Energie-Index gab knapp 3 Prozent nach.

An der Wall Street spielte zudem die Debatte über den Zeitpunkt der nächsten US-Zinserhöhung weiter eine wichtige Rolle. Am Montag hatte Notenbank-Direktorin Lael Brainard vor einer zu frühen Anhebung gewarnt und damit die Aktienkurse angetrieben. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bezifferte am Dienstag die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung noch im September nur noch mit 25 nach zuvor 40 Prozent. Viele Ökonomen erwarten den Schritt inzwischen erst im Dezember. Höhere Zinsen sind für Firmen potenziell schlecht, auch weil das oft höhere Ausgaben etwa für kreditfinanzierte Investitionen nach sich zieht.

Vorverkaufszahlen treiben Apple-Aktie

Apple-Aktien stiegen dagegen um 2,4 Prozent. Der US-Telekomkonzern Sprint hatte erklärt, die Zahl der Vorbestellungen für Apples neues iPhone lägen fast viermal höher als beim Modellwechsel im vergangenen Jahr.

Papiere von Intersil sprangen rund 10 Prozent in die Höhe. Der Chiphersteller wird für umgerechnet 3,2 Milliarden Euro vom japanischen Rivalen Renesas gekauft.

Nachlassende Spekulationen auf eine erneute Aufstockung der Bayer-Offerte setzen Monsanto zu. Die Aktien des US-Saatgutriesen verloren nach einer Reuters-Meldung, wonach Monsantos Aufsichtsrat am Dienstag über das Angebot berät und eine Einigung "mit Händen greifbar" sei, 0,8 Prozent.

Weigth-Watcherers-Aktie sackt nach Abgang des Firmenchefs ab

Der Abgang des Firmenchefs James Chambers setzte Weight Watchers zu. Die Aktien des Diätprogramm-Anbieters fielen mehr als 6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Milliarden Aktien den Besitzer. 342 Werte legten zu, 2723 gaben nach und 58 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 535 im Plus, 2339 im Minus und 136 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 18/32 auf 97-29/32. Die Rendite stieg auf 1,732 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-16/32 auf 95-13/32 und rentierte mit 2,468 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit einer schwachen Nachfrage bei der Auktion von 30-jährigen Papieren im Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Zudem habe eine massive Emission von Unternehmensanleihen die Kreditmärkte belastet.

(Reuters)