Ölpreis trübt Kauflaune an US-Börsen

Sinkende Ölpreise haben die Kauflaune am US-Aktienmarkt zum Wochenschluss getrübt. Vor allem Papiere von Firmen aus dem Energiesektor gaben nach und belasteten damit den Dow-Jones-Index.
19.02.2016 22:45
Viel Deutungsbedarf: Händler an der Wall Street am Freitag.
Viel Deutungsbedarf: Händler an der Wall Street am Freitag.
Bild: Bloomberg

Ein überraschend starker Anstieg der US-Konsumentenpreise im Januar schürte hingegen die Erwartung, dass die US-Notenbank nun doch an ihrem geplanten Kurs schrittweiser Zinserhöhungen in diesem Jahr festhalten kann. Eine schwache Entwicklung der Wirtschaft hatte dies zuletzt fraglich erscheinen lassen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 16'391 Punkten. Der S&P 500 trat bei 1917 Punkten auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte indes um 0,4 Prozent auf 4504 Stellen. Im Wochenvergleich erhöhte sich der Dow um 2,6 Prozent, der S&P um 2,8 Prozent und der Nasdaq um 3,8 Prozent.

Nach der jüngsten Rally am Ölmarkt bröckelten dort die Preise am Freitag wieder ab. Es gab vermehrt Zweifel, dass sich die grossen Förderländer tatsächlich auf eine Deckelung der Produktion einigen können, um das Überangebot anzugehen und die Ölpreise zu stabilisieren. Zuletzt hatten anziehende Ölpreise die Furcht vor einer grösseren Flaute der Weltwirtschaft gemindert und den Kursen aus ihrem jüngsten Tief geholfen. Zudem sorgten die jüngsten Öl-Daten, wonach in den USA derzeit so viel von dem Rohstoff lagern wie noch nie, für sinkende Preise. Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 3 Prozent auf 33,25 Dollar pro Fass, die Sorte WTI kostete mit 29,85 Dollar 2,9 Prozent weniger.

Inflation deutet auf Zinserhöhung hin

Die US-Konsumentenpreise zogen im Januar um 1,4 Prozent und damit etwas stärker als erwartet an. Die US-Notenbank strebt eine Rate von 2 Prozent an. Die Fed-Chefin des Bezirks Cleveland Loretta Mester sagte, die Preisdaten bestärkten sie in der Ansicht, dass sich die Teuerung nach und nach auf den Zielwert der Notenbank bewege. Damit könne diese ihren Kurs der schrittweisen Straffung der Geldpolitik fortsetzen.

Zu den Gewinnern am Aktienmarkt gehörte Yahoo mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent. Der kriselnde Internetpionier benannte ein Gremium mit unabhängigen Beratern, das strategische Alternativen prüfen und dem Unternehmen bei einer möglichen Zerschlagung unter die Arme greifen soll.

Die Aktien von Deere gaben dagegen 4,1 Prozent nach. Der Traktorbauer kürzte seine Jahresprognose.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,16 Milliarden Aktien den Besitzer. 1493 Werte legten zu, 1548 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1540 im Plus, 1238 im Minus und 152 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 3/32 auf 98-27/32. Die Rendite sank auf 1,752 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 14/32 auf 97-24/32 und rentierte mit 2,609 Prozent.

(Reuters)