Ölpreis und US-Daten schieben Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch fester tendiert. Ein starker Anstieg des Ölpreises und deutlich besser als erwartete US-Konjunkturzahlen sorgten laut Händlern für eine gute Stimmung und steigenden Risikoappetit.
30.11.2016 18:10
Im Verlaufe des Nachmittags Fahrt aufgenommen: Die Schweizer Börse am Mittwoch.
Im Verlaufe des Nachmittags Fahrt aufgenommen: Die Schweizer Börse am Mittwoch.
Bild: cash

Die Aktivitäten konzentrierten sich auf einzelne Spezialsituationen. Der SMI schliesst um 0,4 Prozent höher auf 7875 Punkten. Am Dienstag war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen.

Weiterhin im Zentrum des Interesses steht Actelion. Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung am Vortag von 10 Prozent drücken den Aktienkurs um 6,2 Prozent auf 196 Franken. Zudem lastete ein kurz vor Handelsschluss veröffentlichter Bericht der Onlinezeitung "Streetinsider" auf dem Kurs. Dem Bericht zufolge ist das Angebot des US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) von Actelion zurückgewiesen worden. Der Konsumgüterriese will laut Insidern Actelion übernehmen. Er habe sein Angebot erhöht, um sich die Zustimmung von Europas grösster Biotech-Firma zu einer Übernahme zu sichern, wie eine mit der Sache vertraute Person am Dienstag zu Reuters sagte. Die Agentur Bloomberg hatte am Dienstag berichtet, dass Actelion ein erstes Angebot von J&J in Höhe von 246 Franken je Aktie oder rund 26 Milliarden Dollar zurückgewiesen habe.

"Wir erreichen allmählich ein Kursniveau, das die Actelion-Führung nicht einfach zurückweisen kann, ohne die Aktionäre gegen sich aufzubringen", sagt ein Händler. "26 Milliarden für 2 Milliarden Franken Umsatz. Wer da nicht zustimmt...", sagt ein anderer Börsianer.

Die Aktien von BB Biotech schwächen sich um 1,3 Prozent ab. Die Beteiligungsgesellschaft hält Actelion-Aktien, das Paket repräsentiert rund 8 Prozent der Vermögenswerte.

Ölpreis steigt mit Bekanntgabe einer Fördermengendrosselung

Die Entscheidung der Opec, erstmals seit 2008 die Fördermenge auf 32,5 von derzeit 33,6 Millionen Barrel pro Tag zu kürzen, liess den Ölpreis um fast 8 Prozent auf knapp 50 Dollar steigen. Zudem lieferte die Umfrage des Arbeitsvermittlers ADP unter privaten Firmen einen positiven Vorgeschmack auf die amtlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt am kommenden Freitag. Demnach haben die US-Unternehmen im November deutlich mehr Stellen geschaffen, als erwartet. Die Konsumausgaben im Oktober waren mit plus 0,3 Prozent zwar niedriger als erwartet. Doch sprachen Analysten von robusten Zahlen. "An einer Zinserhöhung durch die Fed Mitte Dezember dürfte kein Zweifel aufkommen", fasst ein Börsianer zusammen.

Konjunkturhoffnungen schoben Aktien zyklischer Firmen an. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch steigen um 2,0 und 1,0 Prozent und entwickeln sich damit besser als der Branchenindex mit plus 0,7 Prozent.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche gewinnen 0,3 Prozent und 0,1 Prozent. Mit Nestlé steigt ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,2 Prozent.

Die Finanzwerte schliessen nach einem bewegten Verlauf in der Gewinnzone. Die Aktien von Credit Suisse legen 0,5 Prozent zu und UBS rücken um 2,4 Prozent vor. Uneinheitlich sind die Versicherungstitel. Swiss Re werden um 0,5 Prozent höher und Helvetia um 0,6 Prozent tiefer bewertet.

Auf und Ab bei Meyer-Burger-Aktie geht weiter

Am breiten Markt zeigten die Titel von Meyer Burger erneut einen volatilen Kursverlauf. Am Freitag entscheiden die Aktionäre das Solar-Ausrüsters über eine Kapitalerhöhung zur Sanierung der Firma.

Gewinnmitnahmen drücken die Cosmo-Aktien um 5 Prozent ins Minus. Die Aktien der Pharmafirma sind dieses Jahr nach mehreren positiven Produktnachrichten kräftig gestiegen.

Die Aktien von Gategroup büssen auf der zweiten Linie an der Schweizer Börse 1 Prozent auf 50,99 Franken ein. "Es gibt anscheinend noch immer Anleger, die nicht sicher sind, ob die Firma wirklich übernommen wird und wann sie die von HNA gebotenen 53 Franken erhalten", sagt ein Händler. Der chinesische Konzern HNA will die Verpflegungsfirma für 53 Franken je Aktie übernehmen. Das Angebot soll bis 31. Dezember 2016 vollzogen werden.

(Reuters)