Ölpreise sorgen für steigende US-Börsen

Gestützt vom Anstieg der Ölpreise haben die US-Börsen am Mittwoch leicht zugelegt. Allerdings blieben die Anleger angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft vorsichtig.
09.03.2016 22:44
Die Kurse an den US-Börsen legen am Mittwoch zu.
Die Kurse an den US-Börsen legen am Mittwoch zu.
Bild: Bloomberg

"Ganz offensichtlich dreht sich alles um die Ölpreise", sagte Marktexperte Peter Cardillo vom Finanzhaus First Standard Financial. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent wurde mit 40,98 Dollar je Barrel 3,3 Prozent teurer gehandelt. US-Rohöl stieg um fünf Prozent auf 38,35 Dollar je Fass. Für gute Stimmung an den Rohstoffmärkten sorgte die Ankündigung des Irak, wonach die großen Exportstaaten am 20. März über eine Deckelung der Fördermengen beraten wollen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 17.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 1989 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,5 Prozent auf 4674 Stellen zu.

Bei den Einzelwerten verteuerte sich die Aktie des Ölriesen Chevron um 4,6 Prozent.

Valeant-Papiere rückten um knapp sechs Prozent vor. Der kanadische Pharmakonzern hatte zuvor erklärt, sein Direktorium um drei Manager zu erweitern.

Kurssprung bei Air Transport

Air Transport sorgte mit einem Kurssprung von zeitweise knapp 17 Prozent für Aufsehen. Der Flugzeugvermieter liefert 20 Boeing-Frachtmaschinen an Amazon. Der Online-Händler will die Auslieferung von Paketen zunehmend in Eigenregie übernehmen. Der Konzern sicherte sich gleichzeitig das Recht, bis zu 19,9 Prozent an Air Transport zu übernehmen.

Überraschend starke Quartalsergebnisse verhalfen Blue Buffalo zum größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien des Spezialisten für Bio-Tierfutter stiegen um bis zu 23,5 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 22,92 Dollar. Das Unternehmen erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 265,2 Millionen Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 259,2 Millionen Dollar gerechnet.

Die Aussicht auf neue Geldgeschenke von EZB-Chef Mario Draghi versetzte auch europäische Anleger in Kauflaune. Gegen Handelsschluss machten einige von ihnen allerdings Kasse, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Der Dax schloss 0,3 Prozent fester bei 9723 Punkten und der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3019 Zähler. Am Markt werde fest damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe auf 75 Milliarden Euro monatlich ankündigt, so die Analysten der Essener National-Bank. Außerdem sei eine Verlängerung der Laufzeit des Programms möglich.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 960 Millionen Aktien den Besitzer. 2104 Werte legten zu, 903 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 1671 im Plus, 1116 im Minus und 171 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach einer enttäuschenden Auktion von zehnjährigen Papieren im Volumen von 20 Milliarden Dollar nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 15/32 auf 97-20/32. Die Rendite stieg auf 1,8883 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 25/32 auf 96-11/32 und rentierte mit 2,6775 Prozent.

(Reuters)