Ölpreise und Konjunkturdaten beflügeln US-Börsen

Der Höhenflug der Ölpreise sowie positive Konjunkturdaten haben am Mittwoch die US-Aktienindizes angetrieben.
05.10.2016 22:38
Eine Mitarbeiterin von Amazon verpackt bestelle Waren: Die Aktien des Unternehmens steigen weiter.
Eine Mitarbeiterin von Amazon verpackt bestelle Waren: Die Aktien des Unternehmens steigen weiter.
Bild: ZVG

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,62 Prozent höher auf 18 281,03 Punkten. Beim marktbreiten S&P 500 gab es Kursgewinne von 0,43 Prozent auf 2159,73 Zähler. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 stieg um 0,38 Prozent auf 4877,75 Punkte.

Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA hatte sich im September überraschend deutlich aufgehellt. Zudem waren die US-Auftragseingänge für die Industrie im August besser ausgefallen als von Volkswirten prognostiziert. Enttäuschende Arbeitsmarktdaten des privaten Jobdienstleisters ADP gerieten schnell in den Hintergrund.

Öl- und Finanzwerte gewinnen

Die weiter anziehenden Ölpreise sorgten bei Marktteilnehmern ebenfalls für Erleichterung. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI näherte sich wieder deutlich der Marke von 50 Dollar, die er zuletzt Ende Juni erreicht hatte. In den USA waren ausserdem die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend zurückgegangen.

Energie- und Ölwerte legten daher zu: ExxonMobil und Chevron gewannen im Dow-Index 0,87 beziehungsweise 0,95 Prozent. Im S&P 500 verteuerten sich die Titel des Ölfelddienstleisters Halliburton um 2,53 Prozent. Für ConocoPhillips ging es um 2,43 Prozent aufwärts.

Sehr fest zeigten sich auch Finanzwerte. Die guten US-Wirtschaftsdaten schüren die Erwartung, dass die Notenbank Fed im Dezember den Leitzins erhöhen könnte, wovon Banken profitieren würden. Als bester Wert im Dow legten die Anteile von Goldman Sachs um 2,55 Prozent zu, JPMorgan gewannen 1,64 Prozent. Wells Fargo rückten im S&P 500 gar um 2,83 Prozent vor.

Amazon so teuer wie noch nie

Die Papiere von Amazon befinden sich weiter im Höhenrausch. Sie kosteten in der Spitze 845,67 Dollar und damit so viel wie nie zuvor. Zum Handelssende standen die Titel des Online-Händlers mit plus 1,24 Prozent auf 844,36 Dollar knapp darunter. Analyst Brian Nowak von Morgan Stanley sieht das Kurspotenzial von Amazon längst nicht ausgeschöpft. Er erhöhte sein Kursziel von 800 auf 950 US-Dollar.

Quartalszahlen gab es zur Wochenmitte von Monsanto . Der US-Saatguthersteller dämmte vor der Rekordübernahme durch den deutschen Bayer-Konzern seinen Verlust ein. Die Aktien legten um 1,01 Prozent zu.

Twitter gefragt

Für die Twitter-Aktien ging es um 5,74 Prozent hoch. Am Markt kursieren weiterhin Gerüchte über mögliche Kaufinteressenten für den Kurznachrichtendienst. Im Gegenzug sackten die Titel von Salesforce um 5,80 Prozent ab, weil sie als am Markt als möglicher Bieter für Twitter gehandelt werden.

Der Euro eroberte im US-Handel die Marke von 1,12 US-Dollar zurück. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1208 Dollar. Vorher hatten starke US-Konjunkturdaten den Euro unter Druck gesetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1211 (Dienstag: 1,1161) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8920 (0,8960) Euro gekostet. Am Markt für US-Staatsanleihen fiel der Kurs richtungweisender zehnjährige Papiere um 6/32 Punkte auf 98 4/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,71 Prozent.

(AWP)