Online-Reisebüro - LM Group bittet Aktionäre in der Coronakrise um frisches Geld

Der Online-Reiseanbieter LM Group leidet stark unter dem Einfluss der Coronakrise. Eine Kapitalerhöhung soll das Unternehmen durch die schwierige Zeit bringen.
15.05.2020 08:20
Stillgelegte Jets der Delta Air Lines in Victorville, USA.
Stillgelegte Jets der Delta Air Lines in Victorville, USA.
Bild: imago images / ZUMA Wire

Gespräche mit einem Private Equity-Unternehmen über eine mögliche Transaktion wurden hingegen abgeblasen.

Das Geschäft mit Reisevermittlungen (OTA) sei zuletzt um 95 Prozent eingebrochen, teilte die LM Group am Freitag mit. Dabei habe man im Januar und Februar noch ein deutliches Wachstum verzeichnet. Seither habe sich aber die Welt verändert. Die Gruppe stehe nun vor der grössten wirtschaftlichen Herausforderung ihrer Geschichte.

Das Bruttoreisevolumen sank im ersten Jahresviertel um 13 Prozent auf 622,8 Millionen Euro, der Umsatz um 12,9 Prozent auf 70,3 Millionen. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA war mit 9,2 Millionen Euro nur noch halb so hoch wie im Vorjahr.

Reisebranche im Stillstand

Die Coronapandemie habe die Reisebranche fast vollständig zum Stillstand gebracht, stellte das Unternehmen im Communiqué fest. Und die Reiseeinschränkungen könnten die Branche länger und härter treffen, als zu Beginn der Krise absehbar gewesen sei.

Aktuell lägen die Volumen im OTA-Geschäft rund 95 Prozent tiefer als im Vorjahr; dieser Trend dürfte nach Annahme der Gruppe bis mindestens Ende Juni anhalten. Ab Juli werde eine Erholung auf minus 85 bis 90 Prozent erwartet - und dann mit einer progressiven Steigerung.

Per Ende Jahr rechne man zwar mit einer "nennenswerten" Erholung, jedoch mit Zahlen, die immer noch unter dem Vorjahresniveau liegen würden.

Neues Geld

Darunter haben auch die liquiden Mittel der LM Group gelitten. Diese haben seit Ende 2019 um einen Viertel auf 83,2 Millionen Euro abgenommen. Zu Sicherung der Liquidität habe man daher verschiedene Massnahmen getroffen. So habe man die Fixkosten um rund 30 Millionen Euro oder um 35 Prozent gesenkt.

Gleichzeitig soll neues Geld her. Von einem Kreditrahmen wurden 87 Millionen Euro in Anspruch genommen. Um die Bilanz weiter zu stärken, plant die LM Group - voraussichtlich im dritten Quartal - eine Bezugsrechtsemmission für neue Aktien. Diese solle bis zu 100 Millionen Franken schwer sein. Freesailors, der grösste Aktionär, werde das Angebot unterstützen.

Gespräche mit Private-Equity-Unternehmen zu einer möglichen Transaktion wurden hingegen gestoppt. Man wolle sich "zu einem zentralen Akteur in einem sich konsolidieren Markt" entwickeln, hiess es zur Begründung.

Zur LM Holding zählen neben lastminute.com weitere Marken wie Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan.

(AWP)