Opec-Förderkürzung gibt Fernost-Börsen Auftrieb

Die überraschende Einigung der Opec-Staaten auf eine Begrenzung der Öl-Fördermengen hat am Donnerstag auch die Aktienmärkte in Fernost beflügelt.
29.09.2016 07:10
Ein Bus fährt vor der Tokyo Stock Exchange durch.
Ein Bus fährt vor der Tokyo Stock Exchange durch.
Bild: cash

Die Anleger reagierten mit Erleichterung auf den ersten Schritt der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) dieser Art seit acht Jahren. Zuletzt hatte der anhaltende Ölpreisverfall immer wieder Konjunktursorgen geschürt, weil er sowohl den Förderländern als auch den Energieunternehmen schwer zusetzte. Allerdings hielten sich die Kursgewinne in Grenzen. Die Investoren wollten sich wohl vor der US-Präsidentschaftswahl im November nicht weit aus der Deckung wagen, sagten Händler.

In Tokio legte der Leitindex Nikkei im Vormittagshandel 1,4 Prozent auf 16.699 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix gewann 0,9 Prozent auf 1343 Zähler. Exportwerte profitierten davon, dass wegen der gestiegenen Risikofreude die Anleger den sicheren Hafen Yen wieder in Richtung Dollar verließen. So verteuerten sich die Aktien des Autobauers Honda um 1,8 Prozent.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,9 Prozent höher. Die chinesische Börse in Shanghai stieg um 0,7 Prozent. Auch die Kurse an der südkoreanischen Börse in Seoul, in Hongkong und am australischen Markt kletterten in die Höhe. Am Vorabend hatten bereits die US-Börsen im Zuge der Opec-Entscheidung zugelegt.

Die Opec hatte sich am Mittwoch bei ihrem informellen treffen in Algier auf Maßnahmen zur Marktstabilisierung verständigt. Die Wende geht offenbar auf eine Annäherung des Iran und seines Erzrivalen Saudi-Arabien zurück. Die Opec kürzt die Produktion zwar nur mäßig, doch für die Märkte kam die Einigung überraschend. Die Ölpreise schossen mehr als fünf Prozent in die Höhe. Analysten warnten allerdings, dass mit dem steigenden Preis auch für die US-Fracking-Unternehmen die Produktion wieder attraktiver werde, was das Angebot wieder erhöhen könne. Diese hatten zuletzt wegen des Preisrutsches ihre kostspielige Förderung massiv eingeschränkt.

Der Euro notierte am Devisenmarkt in Fernost wenig verändert bei 1,1224 Dollar. Zur japanischen Währung lege der Dollar dagegen um 0,7 Prozent zu auf 101,34 Yen. Der Schweizer Franken lag zum Euro bei 1,0898 und zum Dollar bei 0,9705.

(Reuters)