Opec-Treffen - Förderbremse soll Ölpreis stabilisieren

Die führenden Öl-Länder sind einer Verlängerung der Förderbremse um mindestens neun Monate einen Schritt näher gekommen. Zudem wird heute eine für den Ölpreis wichtige Entscheidung gefällt.
25.05.2017 08:24
In Wien wird heute über die Zukunft des Ölpreises beraten.
In Wien wird heute über die Zukunft des Ölpreises beraten.
Bild: Bloomberg

Ein Gremium mit Vertretern der Organisation Erdöl exportierender Länder und anderen Öl-Staaten einigte sich am Mittwoch darauf, die Ende Juni auslaufende Absprache bis März 2018 weiterlaufen zu lassen.

Der Umfang der Förder-Kappung soll wie bislang schon bei 1,8 Millionen Fass (je 159 Liter) am Tag liegen, was zwei Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Mit dem Vorhaben soll der Ölpreis stabilisiert werden. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, es werde auch über eine Verlängerung um zwölf Monate diskutiert werden. Entscheiden sollen die Opec-Länder bei ihrem Treffen am Donnerstag in Wien.

Analysten gehen davon aus, dass die Verlängerung um neun Monate kommen wird - nicht zuletzt deshalb, weil sich das führende Opec-Land Saudi-Arabien und Russland als wichtigstes Öl-Land ausserhalb des Förderkartells darauf bereits verständigt haben. Deshalb war Nowaks Äusserung am Mittwoch durchaus überraschend. Zuletzt war auch eine Verlängerung von nur sechs Monate im Gespräch, das scheint nun aber vom Tisch.

Der algerische Energieminister Noureddine Boutarfa äusserte die Erwartung, dass der Ölpreis noch in diesem Jahr über die Marke von 55 Dollar pro Fass klettern könnte. Derzeit kostet Öl rund 50 Dollar.

Ein Opec-Delegierter wollte bei dem Treffen am Donnerstag Überraschungen ebenfalls nicht ausschliessen. Eine Ausweitung der Förder-Kappung über 1,8 Millionen Fass am Tag sei möglich, falls Saudi-Arabien davon den grössten Teil trage und von anderen Golf-Ländern unterstützt werde, sagte er.

Die gebremste Förderung soll ein geringeres Angebot auf dem Weltmarkt und damit auch potenziell steigende Preise bewirken. Würde Öl teurer, hätte dies für die Förder-Länder aber auch Tücken, denn dadurch würde auch die kostspieligere Fracking-Förderung von Schieferöl in den USA lukrativer - wodurch das Angebot wieder steigen könnte.

Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Die führende Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 54,54 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI zog um ebenfalls 1,1 Prozent an auf 51,93 Dollar.

(Reuters)